
Gewalt in Reservaten: Mord und Totschlag ist eine der häufigsten Todesursachen bei Indigenen
Gewalt in Reservaten : Mord und Totschlag ist eine der häufigsten Todesursachen bei Indigenen Von Christiane Heil, Los Angeles 11.05.2026, 08:28Lesezeit: 4 Min. Blick auf das Reservat der Navajo im Bundesstaat Utah – im...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Gewalt in Reservaten : Mord und Totschlag ist eine der häufigsten Todesursachen bei Indigenen Von Christiane Heil, Los Angeles 11. 2026, 08:28Lesezeit: 4 Min. Blick auf das Reservat der Navajo im Bundesstaat Utah – im Hintergrund sieht man das Oljato-Monument Valley.
APIndigene in den USA leiden oft unter Armut und Drogensucht – und werden häufiger Opfer von Gewalt. Eine Task Force soll jetzt „Recht und Ordnung“ in den Reservaten wiederherstellen. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die Suche nach Aaron Mark Bradley musste am vergangenen Samstag ausfallen.
Die Einzelheiten
Nach dem Unfall eines Lastwagens, der radioaktives Uran durch das Reservat der Navajo im Nordosten von Arizona transportierte, hatte die Tochter des vermissten Indigenen das geplante Treffen mit Freiwilligen abgesagt. „Wir wollen sicherstellen, dass es kein Leck gibt. Wie ihr wisst, liegt das Haus unseres Vaters in Cow Springs nur ein paar Meilen von der Unfallstelle entfernt“, schrieb Kayla Benally auf der Facebook-Seite, die sie seit dem Verschwinden ihres Vaters betreibt.
Der damals Siebenundsechzigjährige war zuletzt Anfang September vor dem Shonto Marketplace gesehen worden, einer Tankstelle mit Supermarkt am Highway 160. Als sich Bradley tagelang nicht bei seiner Familie im etwa 70 Kilometer entfernten Kayenta meldete, wurden Benally und ihre Schwestern unruhig. Bei einem Besuch in Cow Springs fanden sie das Haus ihres Vaters mit offener Tür und zerborstener Fensterscheibe.
Seitdem suchen sie: mit selbst gemalten Plakaten, Freiwilligen, die an Wochenenden die Wüste südlich von Monument Valley durchkämmen, und Flugblättern, die Bradley lächelnd mit langen, grauen Haaren, Steppweste und rotem Halstuch zeigen. „Wir sind sehr dankbar für die Hilfe des Navajo Police Department. Aber uns wurde nicht gesagt, was wir zu erwarten haben, wie eine Suche verläuft und wie sich der Fall unseres Vaters entwickelt“, verweist Benally derweil auf die mangelnde Kommunikation mit den Behörden.
Was Experten sagen
Zahlreiche Fälle bleiben ungeklärtWie die Polizei der Navajo Nation im Südwesten werden auch die Justizbehörden anderer Stämme mit Anzeigen zu Vermissten und Getöteten in den etwa 300 Reservaten überschwemmt. Laut der Abteilung für Indianische Angelegenheiten des Innenministeriums in Washington liegt die Zahl von Gewaltverbrechen in Reservaten bis zu dreimal höher als der amerikanische Durchschnitt. Tausende Fälle werden nie geklärt, obwohl Tötungsdelikte seit Jahrzehnten zu den häufigsten Todesursachen bei indigenen Frauen und Männern zählen.
Als Gründe der Epidemie der „Missing and Murdered Indigenous Peoples“ (MMIP) nennen Vertreter der Stämme das historische Trauma von Kolonisierung und Vertreibung sowie die Lebensbedingungen in den Reservaten. Fast jeder zweite der knapp 170. 000 Bewohner der Navajo Nation in Arizona, New Mexico und Utah ist arbeitslos, mehr als jeder dritte Haushalt lebt unterhalb der Armutsgrenze.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





