
Innerer Kompass: Tauben navigieren laut Forschenden womöglich mit der Leber
Innerer Kompass Tauben navigieren womöglich mit ihrer Leber Vögel nutzen das Magnetfeld der Erde, um sich zu orientieren. Wie das genau funktioniert, war bislang unklar. Nun zeigt eine Studie: Tauben helfen dabei wohl...
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Innerer Kompass Tauben navigieren womöglich mit ihrer Leber Vögel nutzen das Magnetfeld der Erde, um sich zu orientieren. Wie das genau funktioniert, war bislang unklar. Nun zeigt eine Studie: Tauben helfen dabei wohl weder ihre Schnäbel noch ihre Augen.
14 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (4 Minuten) 4 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Tauben bei der Großbaustelle Stuttgart 21 Foto: Wolfgang Maria Weber / IMAGO aufklappen Automatisch erstellt mit KI.
Die Einzelheiten
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positiv bewerten negativ bewerten Seit Jahrzehnten erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie sich Tiere bei Dunkelheit orientieren – insbesondere auf den großen Wanderungen von Vögeln. Zwar ist längst sicher, dass Tiere sich nach dem Magnetfeld der Erde richten können. Bislang unklar war jedoch, wie sie das genau tun.
Nun stellt eine deutsche Forschungsgruppe im Fachjournal »Science« für Tauben ein überraschendes Resultat vor. Demnach sitzt der innere Kompass der Tiere weder im Gehirn noch im Auge oder im Schnabel, sondern wohl in der Leber. Dort gibt es spezielle Immunzellen – sogenannte Makrophagen –, die alte rote Blutkörperchen abbauen.
Was Experten sagen
Dabei reichern diese Zellen viel Eisen an, womit sie möglicherweise auf Magnetfelder reagieren können. »Wir hätten überhaupt nicht erwartet, dass Immunzellen wie Sensoren für Magnetfelder wirken«, sagt der Direktor des Instituts für Molekulare Medizin und Experimentelle Immunologie des Universitätsklinikums Bonn. »Unsere Ergebnisse enthüllen einen bisher unbekannten Mechanismus der magnetischen Wahrnehmung bei Tieren.
« Doch es gibt auch konkurrierende Theorien: Ihnen zufolge könnten Vögel Magnetfelder durch lichtempfindliche Moleküle im Auge oder mithilfe winziger magnetischer Partikel im Schnabel wahrnehmen. Eisenreiche Makrophagen sitzen in der Nähe von NervenfasernIn der aktuellen Studie untersuchte das Team verschiedene Organe auf die Fähigkeit der Magnetwahrnehmung, darunter Gehirn, Augen und Schnabel, aber auch Leber und Milz. »Wir hatten einige Hinweise darauf, dass Leber und Milz magnetische Eigenschaften besitzen, da sie rote Blutkörperchen abbauen und somit viel Eisen im Körper speichern«, sagt die Autorin der Studie, Clivia Lisowski, vom Universitätsklinikum Bonn.
Von den analysierten Geweben wies die Leber die höchste Eisenkonzentration auf. »Eisen ist in Oxid-Nanopartikeln kristallisiert, was die Zellen superparamagnetisch macht und sie auf Magnetfelder reagieren lässt«, sagt Co-Autor Ulf Wiedwald von der Universität Duisburg-Essen. Untersuchungen per Elektronenmikroskop ergaben, dass die eisenreichen Makrophagen in der Nähe von Nervenfasern sitzen.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





