
Irans Führung: In Teheran hat jetzt die Revolutionsgarde das Sagen
Irans Führung : In Teheran hat jetzt die Revolutionsgarde das Sagen Von Friederike Böge, Istanbul 01.05.2026, 09:26 Lesezeit: 5 Min. Bildbeschreibung ausklappen Sie haben das Sagen: Anhänger der Revolutionsgarde in der...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Irans Führung : In Teheran hat jetzt die Revolutionsgarde das Sagen Von Friederike Böge, Istanbul 01. 2026, 09:26 Lesezeit: 5 Min. Bildbeschreibung ausklappen Sie haben das Sagen: Anhänger der Revolutionsgarde in der vergangenen Woche bei einer Veranstaltung der Regierung in Teheran.
Laif Gerade spielt der Oberste Führer offenbar nur eine zeremonielle Rolle – ungewöhnlich für ein eigentlich theokratisches Regime. Das muss aber nicht so bleiben. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die Idee, dass es möglich wäre, moderatere Kräfte in Iran von außen zu stärken, hat in Amerika eine lange Tradition.
Die Einzelheiten
Schon Ronald Reagan verfolgte 1986 dieses Ziel (unter anderen), als er Waffen an Iran verkaufen ließ. Nach der Tötung von Ajatollah Ali Khamenei schien Donald Trump zu glauben, er könne mitentscheiden, wer der neue Oberste Führer wurde. Später schien der amerikanische Präsident zu hoffen, in Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf einen „sehr viel vernünftigeren“ Verhandlungspartner gefunden zu haben.
Vance meinte, Ghalibaf sei es, der „im Grunde Iran regiert“. Ganz so ist es nicht. Der Krieg und die Tötung des Obersten Führers Ali Khamenei haben den Charakter des Regimes verändert – aber nicht in der von Amerika erhofften Weise.
In Teheran hat jetzt die Revolutionsgarde das Sagen. Dem neuen Obersten Führer Modschtaba Khamenei kommt im Moment offenbar eher eine zeremonielle Rolle zu. Ali Khameneis Führungsanspruch war unumstritten Ausländische Geheimdienste und iranische Insider berichten, dass Entscheidungen im Wesentlichen im Nationalen Sicherheitsrat und an der Spitze der Revolutionsgarde getroffen und dass diese Khamenei wohl nur zur Autorisierung vorgelegt würden.
Was Experten sagen
Für ein nominell theokratisches Regime, das den Obersten Führer als eine Art Stellvertreter Gottes darstellt, ist das ein großer Schritt. Wenn Ali Khamenei sich früher mit seinen Generälen traf, saß er als Einziger auf einem Stuhl, während sie vor ihm auf dem Boden knieten. Sein Führungsanspruch war unumstritten.
Als Khamenei 1989 an die Macht kam, hatte die Revolutionsgarde darauf keinen Einfluss. Sein Sohn Modschtaba verdankt sein Amt und das Überleben des Regimes dagegen der Revolutionsgarde. Der Chef der Garde, Ahmad Vahidi, und der frühere Geheimdienstchef der Garde, Hossein Taeb, sollen im März die Wirren des Krieges genutzt haben, um Druck auf jene 88 Geistlichen auszuüben, die den Führer bestimmen sollten.
„Ohne den Krieg wäre der Aufstieg von Khameneis Sohn Modschtaba, der nicht der bevorzugte Nachfolger seines Vaters war, deutlich weniger sicher gewesen“, schreibt Danny Citrinowicz vom israelischen Institute for National Security Studies in der Zeitschrift „Foreign Affairs“. Das geschah trotz erheblicher Vorbehalte im Klerus gegen eine dynastische Nachfolge und einen Kandidaten mit zweifelhafter theologischer Autorität.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





