
Jeff Bezos und die Met-Gala: Stil kann man nicht kaufen? Von wegen!
Jeff Bezos und die Met-Gala : Stil kann man nicht kaufen? Von wegen! Ein Kommentar von Ursula Scheer 04.05.2026, 20:19 Lesezeit: 2 Min. Bildbeschreibung ausklappen Aufruf zum Boykott: Aktivisten haben in New York...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Jeff Bezos und die Met-Gala : Stil kann man nicht kaufen? Ein Kommentar von Ursula Scheer 04. 2026, 20:19 Lesezeit: 2 Min.
Bildbeschreibung ausklappen Aufruf zum Boykott: Aktivisten haben in New York Botschaften des Protests platziert. Jeff Bezos hat sich mit einer vielfachen Millionenspende als Hauptsponsor und Ehrengast der Met-Gala eingekauft. In New York regt sich Protest gegen seine Rolle bei dem Fashion-Event.
Die Einzelheiten
Dabei zeigt sie genau, was gerade in Mode ist. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Es gibt Karrieren, die lassen einem immer wieder die Augen übergehen. Als Anna Wintour 1995 – damals nicht schon fast ewige, sondern vergleichsweise junge amerikanische „Vogue“-Chefin – die Organisation der Met-Gala in New York übernahm, vertickte weit entfernt im wenig glamourösen Seattle ein optisch ambitionslos in Schlabberpullis oder blaue Hemden gehüllter Jungunternehmer die ersten paar Bücher in seinem neuen Onlinehandel.
Die Metamorphose des Mr. Bezos Welten lagen zwischen diesem Jeff Bezos und der Modemagazinherrscherin, stilistisch, finanziell und was Berühmtheit, Macht oder Einfluss betraf. Gut dreißig Jahre später sind Anna Wintours Helmfrisur und ihr Job bei der Met unverändert.
Der Amazon-Gründer aber ist einer der reichsten Menschen des Planeten geworden und mit seiner neuen Frau – wir erinnern uns, Spektakel-Heirat vorige Sommersaison in Venedig – Hauptgeldgeber des aufsehenerregendsten Fashion-Events des Jahres, bei dem Prominente heute wieder in möglichst wunderlichen Designerroben sich selbst promoten und nebenbei Spenden in siebenstelliger Höhe für das Kostüminstitut des Metropolitan Museum of Art einspielen. Reichtum trifft Luxus trifft Mode trifft Kunst: Lauren Sanchez Bezos und Jeff Bezos bei einer „Vanity Fair Oscar Party“ im County Museum of Art in Los Angeles dpa Das mindestens zehn Millionen Dollar teure Engagement von Bezos ist Teil seines Umstylings vom Informatiker mit skrupellosem Geschäftssinn, liberaler politischer Haltung und katastrophalen Arbeitgeberqualitäten zum Tech-Bro mit raketengetriebenem Ego, „Washington Post“-Demolierer, Trump-Schmeichler und Jetset-Gecken, der mit seiner als Gesamtkunstwerk erscheinenden Gattin auf Fashion Weeks in Paris oder Mailand aufläuft. Auch an Bushaltestellen: Protestplakat in New York Stil kann man nicht kaufen, heißt es immer, aber das ist natürlich gelogen, weil die Stillosigkeit der Reichen stilbildend ist.
Eine neue Eskalationsstufe beim Kontrollverlust der von Social Media gebeutelten Türwächter des gehobenen Geschmacks wäre, wenn sich Bezos, wie gemunkelt wird, den „Vogue“-Verlag Condé Nast als Spielzeug für seine Frau unter den Nagel reißen will. Entsprechend rumort es in Manhattan: Eine Aktivistengruppe hat Anzeigen mit Boykottaufrufen in den Straßen platziert, auf denen die Unterstützung der US-Einwanderungsbehörde ICE durch Amazon-Cloud-Dienste angeprangert wird. Sie will auch am Galaabend stören.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





