
Johann Wadephul: „In Washington weiß man unsere Rolle zu schätzen“
Johann Wadephul : „In Washington weiß man unsere Rolle zu schätzen“ Von Matthias Wyssuwa 01.05.2026, 16:05 Lesezeit: 8 Min. Bildbeschreibung ausklappen Außenminister Johann Wadephul (CDU) während eines Besuchs bei den...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Johann Wadephul : „In Washington weiß man unsere Rolle zu schätzen“ Von Matthias Wyssuwa 01. 2026, 16:05 Lesezeit: 8 Min. Bildbeschreibung ausklappen Außenminister Johann Wadephul (CDU) während eines Besuchs bei den Vereinten Nationen am Deutschen Haus.
dpa Nach Trumps jüngsten Drohungen mahnt Außenminister Johann Wadephul, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Bei der Kommunikation der Bundesregierung gesteht er Verbesserungsbedarf ein. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Herr Minister, als wir das erste große Interview nach Ihrem Amtsantritt geführt haben, sagten Sie: „Im Kern hatte ich nie Zweifel, dass die Vereinigten Staaten an unserer Seite stehen.
Die Einzelheiten
“ Würden Sie das nach einem Jahr im Amt so wiederholen? Ich habe die amerikanische Administration in ihrer Tiefe kennengelernt, vom State Department bis in die NATO-Strukturen. Dort erlebe ich immer wieder, dass das transatlantische Bündnis fest ist.
Trotz des Hin und Hers bei den Ukraineverhandlungen, dem Zollstreit, nach Grönland und dem Irankrieg, trotz Drohungen und Gepöbel aus Washington? Natürlich besorgt mich das. Manches davon war und ist wirklich unnötig.
Ich bemühe mich, das zu verstehen. Dabei bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass die USA sehr viel stärker als in der Vergangenheit aussprechen, dass sie ihre eigenen Interessen verfolgen und diese priorisieren. Und gleichzeitig sind sie auch unserem Bündnis verpflichtet.
Was Experten sagen
Sie verstehen dieses zu Recht nach wie vor als ein Bündnis, das auch ihnen nutzt – und nutzen muss. Unsere Zusammenarbeit wird immer so gut und eng sein, wie sie beide Seiten als nützlich und interessengerecht empfinden. Bismarck sagte: Außenpolitik ist Interessenpolitik.
Aufgabe der Diplomatie ist es letztlich, möglichst große Schnittmengen zwischen unterschiedlichen Interessen zu finden. Dafür arbeite ich jeden Tag. Der Kanzler hat mit Blick auf die einigermaßen glimpflich ausgegangenen ersten Runden des Zoll- und Grönlandstreits vom „Glück der Selbstachtung“ gesprochen – und gefordert, dass Europa die Sprache der Macht lernen müsse zu sprechen.
Ist das diese Sprache der Macht? Wir sind in der Lage, unsere Interessen darzulegen und wahrzunehmen. Dazu brauchen wir wirtschaftliche, politische und sicherheitspolitische Instrumente.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





