
Juso-Chef Philipp Türmer zur Arbeitszeit: Empörung über Abkehr vom Acht-Stunden-Tag
Einführung von Wochenarbeitszeit »Das ist eine Frechheit« – Juso-Chef wettert gegen Abkehr vom Acht-Stunden-Tag Schwarz-Rot will die tägliche Höchstarbeitszeit kippen, zum Ärger von Juso-Chef Türmer. Er sieht in der...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Einführung von Wochenarbeitszeit »Das ist eine Frechheit« – Juso-Chef wettert gegen Abkehr vom Acht-Stunden-Tag Schwarz-Rot will die tägliche Höchstarbeitszeit kippen, zum Ärger von Juso-Chef Türmer. Er sieht in der geplanten Wochenarbeitszeit einen sozialpolitischen Rückschritt. Kanzler Merz verschärfe die Erschöpfung im Land.
29 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (3 Minuten) 3 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Juso-Chef Türmer: »Arbeitnehmer nicht der Willkür ihrer Chefs ausliefern« Foto: Kay Nietfeld / dpa Juso-Chef Philipp Türmer hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vorgeworfen, mit dem Drängen auf die Einführung einer Wochenarbeitszeit die Bedürfnisse von Arbeitnehmern zu missachten.
Die Einzelheiten
»Merz sieht die Erschöpfung in diesem Land nicht, er verschärft sie«, sagte der Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). »Den Acht-Stunden-Tag zu schleifen ist kein Aufbruchssignal, das ist eine Frechheit«, fügte Türmer hinzu. Die Höchstarbeitszeit schütze Menschen davor, mit 50 Jahren arbeitsunfähig zu werden, weil sie ausgebrannt oder ihre Gelenke kaputt seien.
»Wir dürfen Arbeitnehmer nicht der Willkür ihrer Chefs ausliefern«, sagte Türmer. Es gehe unter anderem um Menschen, die nach Doppelschichten kaum noch schlafen, die nach Jahrzehnten körperlicher Arbeit mit kaputtem Rücken in Rente gehen. Türmer: Merz solle selbst mehr arbeiten»Fast 13 Stunden Arbeit am Stück zu ermöglichen, ist sozialpolitischer Rückschritt«, so Türmer.
Er forderte, Merz sollte zunächst selber mehr arbeiten. »Angesichts der handwerklichen Fehler, die sich seine Regierung tagtäglich leistet, sollte er diesen Anspruch zuallererst an sich selbst richten«, sagte er. Union und SPD wollen nach den bisherigen Plänen statt des üblichen Acht-Stunden-Tags einen wöchentlichen Rahmen für die Arbeitszeit einführen.
Was Experten sagen
»Zur konkreten Ausgestaltung werden wir einen Dialog mit den Sozialpartnern durchführen«, heißt es im Koalitionsvertrag. Der Acht-Stunden-Tag gilt seit 1918 in Deutschland. Im Arbeitszeitgesetz heißt es heute: »Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten.
« Nur in Ausnahmen sind zehn Stunden pro Tag möglich. Mehr zum Thema DGB-Bundeskongress: Merz hat es schwer bei den Gewerkschaftern – aber Bas und Klingbeil haben es nicht viel leichter Von Markus Dettmer Auftritt beim DGB-Kongress: »Mehr Frauenpower kann nur gut sein«, sagt die Arbeitsministerin – und erntet Jubel Vom Bonus bis zur Steuersenkung: So könnte es doch noch was mit der Entlastung werden Von Gerald Traufetter Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hatte sich aber am Dienstag von der geplanten Abschaffung des Acht-Stunden-Tags distanziert. »Wenn es nach der SPD und mir persönlich geht, fassen wir das Thema gar nicht erst an, aber es steht im Koalitionsvertrag«, sagte Bas, die auch SPD-Chefin ist.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





