
Klimakriminalität: Hälfte aller Kältemittel kommt aus illegalen Quellen
Klimakriminalität : Hälfte aller Kältemittel kommt aus illegalen Quellen Von Thomas Maier 05.05.2026, 10:39 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Kühlt die Eiscreme, erwärmt die Erde: Die meisten Supermärkte...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Klimakriminalität : Hälfte aller Kältemittel kommt aus illegalen Quellen Von Thomas Maier 05. 2026, 10:39 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Kühlt die Eiscreme, erwärmt die Erde: Die meisten Supermärkte verwenden Kühlschränke mit synthetischen Kältemitteln.
Peter Jülich Synthetische Kältemittel kommen überall zum Einsatz, sind aber Klimakiller. Die EU will sie reduzieren, doch ihre Auflagen haben einen riesigen Schwarzmarkt entstehen lassen. Behörden bekommen ihn nicht unter Kontrolle.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Es ist ein Schwarzmarkt, auf dem sich die unterschiedlichsten Kunden bedienen: Metzger und Restaurants, die für ihre Kühlanlagen günstige Kältemittel kaufen wollen. Oder Kfz-Werkstätten, die Klimaanlagen von Autos billiger reparieren wollen. Wer synthetische Kältemittel legal erwirbt, muss deutlich mehr Geld ausgeben und sich an die Vorgaben der EU halten.
Brüssel hat für die Abgabe von Kältemitteln Quoten festgelegt. Hersteller und Importeure müssen außerdem eine Gebühr zahlen. Denn fluorierte Treibhausgase, auch F-Gase genannt, sind zum Teil für das Klima zigtausendmal schädlicher als Kohlendioxid.
Die strikte Kontrolle hat Kühlmittel verteuert – und zwangsläufig den illegalen Markt blühen lassen. Nach Schätzungen kommen 40 bis 50 Prozent der in Europa gehandelten F-Gase aus illegalen Quellen. Das Bundeskriminalamt spricht von einem schwer überschaubaren Feld.
Was Experten sagen
Es gebe einen „geringen Verfolgungsdruck und hohe illegale Gewinne“, konstatiert Juliane Lomb, beim BKA für Wirtschaftskriminalität zuständig, auf einer Konferenz in Frankfurt zum Thema organisierte Klimakriminalität. Hessen nimmt Vorreiterrolle ein Auf der Tagung diskutieren Fachleute aus Behörden und Wissenschaft über „blinde Flecken im Klimaschutz“, die bisher weitgehend ignoriert werden. Hessen will das ändern und hat in Deutschland eine Vorreiterrolle übernommen.
Im Jahr 2023 wurde noch unter der schwarz-grünen Regierung in Wiesbaden eine eigene Abteilung der Staatsanwaltschaft mit Sitz in Frankfurt eingerichtet, die federführend für das ganze Bundesland zu illegal vertriebenen Klimagasen ermittelt. F-Gase werden hauptsächlich als Kältemittel in Kälte- und Klimaanlagen, als Treibmittel in Schäumen und Dämmstoffen und als Feuerlöschmittel verwendet. Sie ersetzten in den Neunzigerjahren die Gase aus FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoff), die die Ozonschicht in der Stratosphäre zerstörten.
Im Lauf der Zeit stellte sich dann aber heraus, dass die F-Gase das Klima schädigen. Kälte- und Klimaanlagen müssen daher professionell gewartet werden, um ein Entweichen der Gase möglichst zu verhindern. Obwohl synthetische Kältegase in viel geringeren Mengen den Weg in die Atmosphäre finden als CO₂, entspricht ihr Beitrag zur Erderwärmung immerhin einem Fünftel von dem des Kohlendioxids, wie der Physiker Joachim Curtius berichtet.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





