
Konkurrenz für die Deutsche Bahn: Fahren Sie wirklich lieber Zug als Ferrari, Herr Montezemolo?
Konkurrenz für die Deutsche Bahn : Fahren Sie wirklich lieber Zug als Ferrari, Herr Montezemolo? Von Christian Schubert, Rom 03.05.2026, 16:33 Lesezeit: 6 Min. Bildbeschreibung ausklappen Luca di Montezemolo Mit 78 hat...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Konkurrenz für die Deutsche Bahn : Fahren Sie wirklich lieber Zug als Ferrari, Herr Montezemolo? Von Christian Schubert, Rom 03. 2026, 16:33 Lesezeit: 6 Min.
Bildbeschreibung ausklappen Luca di Montezemolo Mit 78 hat sich Ex-Ferrari-Chef Luca di Montezemolo viel vorgenommen. Er will mit seinem Schnellzugbetreiber Italo das Quasimonopol der Deutschen Bahn im Fernverkehr knacken. Es ist nicht das einzige Projekt der italienischen Managerlegende.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der Mann ist die Verkörperung von Mobilität mit hoher Geschwindigkeit: Er führte Ferrari zu sportlichem Ruhm und wirtschaftlichem Erfolg, er steuerte Alitalia, und er schuf Europas einzigen privaten Zugbetreiber in Hochgeschwindigkeit, mit dem er nun der Deutschen Bahn Konkurrenz machen will. Doch im Alter von 78 Jahren braucht Luca Cordero di Montezemolo mehr denn je auch einen Rückzugsort, wo er die Langsamkeit der Natur genießen kann. Diesen findet er auf seinem ausgedehnten Familienlandsitz, der schönen Villa Fungarino in der Nähe seiner Geburtsstadt Bologna, wo sich das Land auf sanften Hügeln zum Apennin anhebt, wo Weinberge die Hänge zieren und Zypressen die sich geschmeidig windenden Straßen einrahmen.
Selbst in dieser idyllischen Landschaft will Montezemolo von Stillstand nichts wissen. „Ich habe hier einen landwirtschaftlichen Betrieb aufgebaut, habe 50 Angusrinder, stelle Olivenöl her und baue Wein sowie Obst an“, berichtet er im Gespräch mit der F. Wobei die „Ich“-Form nicht das komplette Bild widerspiegeln dürfte, weil Montezemolo dafür seine Leute hat und weiterhin vielen anderen Tätigkeiten nachgeht.
Und auch hier lässt ihn das Verkehrsthema nicht los. „Die Villa liegt auf einem Hügel, unter dem die Eisenbahnlinie Rom mit Mailand verbindet. Und in unmittelbarer Nähe verläuft auch die Straße, die seit sehr, sehr langer Zeit Mailand über Florenz mit Rom verbindet“, erzählt er.
Was Experten sagen
Weil der Ort strategisch wichtig ist, kämpften hier die Deutschen im Zweiten Weltkrieg schwere Rückzugsgefechte gegen die amerikanischen Truppen. 30 Züge in einem ersten Schritt Der Mann hat in seinem Berufsleben wenig ausgelassen. Dennoch will er es nach bald acht Lebensjahrzehnten noch einmal wissen.
Sein Versuch, auf dem deutschen Schienenmarkt von 2028 an mit 30 Siemens-Hochgeschwindigkeitszügen Fuß zu fassen, würde sein Lebenswerk krönen – wenn er dafür die behördlichen Genehmigungen in Deutschland überhaupt bekommt und das Projekt zum Erfolg führen kann. In einem ersten Schritt sollen 56 tägliche Verbindungen zwischen München, Köln und Dortmund sowie München, Berlin und Hamburg verkehren. Montezemolo selbst ist nicht der operative Anführer des Projekts, sondern das Aushängeschild.
60 bis 70 Prozent seiner Arbeitszeit widme er dem Vorhaben. „Es ist kein Projekt, das der Deutschen Bahn schaden würde – im Gegenteil“, sagt er.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





