
Kronberg Academy: Wie könnte man Kulturbauten günstiger errichten?
Kronberg Academy : Wie könnte man Kulturbauten günstiger errichten? Von Jan Brachmann 11.05.2026, 08:30Lesezeit: 7 Min. Das 2022 eröffnete Casals Forum der Kronberg AcademyBild: Lucas BäumlAlle Politiker wissen: Durch...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Kronberg Academy : Wie könnte man Kulturbauten günstiger errichten? Von Jan Brachmann 11. 2026, 08:30Lesezeit: 7 Min.
Das 2022 eröffnete Casals Forum der Kronberg AcademyBild: Lucas BäumlAlle Politiker wissen: Durch Beteiligung der öffentlichen Hand werden Kulturbauten um 20 Prozent teurer und dauern länger. Raimund Trenkler, Gründer und Leiter der Kronberg Academy, musste das erst lernen. Jetzt setzt er noch mehr auf privates Geld.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die Kronberg Academy ist schuldenfrei, jedenfalls nach Fertigstellung ihres ersten Bauabschnitts. Raimund Trenkler, ihr Gründer und Intendant, nennt das erleichtert und stolz einen „Einschnitt in der Geschichte der Institution“, als wir uns in seinem Büro unterhalten. Von Haus aus Cellist, hatte er 1993 die fast vollständig privat finanzierte Hochschule für hochbegabte Streicher gegründet und dann den Plan gefasst, in Kronberg im Taunus, 20 S-Bahn-Minuten nordwestlich von Frankfurt am Main, einen Musikcampus bauen zu lassen: Unterrichts- und Büroräume mit einem Konzertsaal für Kammermusik, das Casals Forum, benannt nach dem Cellisten Pablo Casals.
Alles zusammen hat etwa 75 Millionen Euro gekostet. Die Eröffnung war am 23. Die Begeisterung über die gelungene Architektur, vor allem die exzellente Akustik, die den Saal zu einem der besten der Welt macht, ist bis heute groß, aber die nötigen Kredite konnten erst jetzt getilgt werden, obwohl die Finanzierung durch öffentliche und private Geldgeber gut überlegt war.
Warum hat das noch einmal dreieinhalb Jahre gedauert? Und warum waren diese Kredite überhaupt nötig? Porträt Raimund Trenkler, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Kronberg Akademy im neuen KonzertsaalWonge Bergmann„Gute Frage“, sagt Trenkler, und seine ausführliche Antwort führt tief in Probleme von Kulturbauten mit öffentlicher Unterstützung, die das ganze Land beschäftigen, die ihm selbst aber vorher überhaupt nicht klar waren.
Was Experten sagen
Die Kredite wurden nötig, um die Wartezeit bis zum Eingang bereits zugesagter öffentlicher Mittel zu überbrücken, an deren Zahlung die Überweisung privater Mittel im Sinne einer Public-private-Partnership geknüpft war. Die Finanzierungsinitiative war von privaten Förderern aus dem Rhein-Main-Gebiet, aus München, Hamburg, New York, London, Zürich und Tokio ausgegangen unter der Bedingung, dass auch die öffentliche Hand – im Wesentlichen das Land Hessen und der Bund – einsteige. Nun kommt das große Aber: Bei der öffentlichen Hand seien Finanzierungszusagen nicht gleichbedeutend mit Geldüberweisungen, sagt Trenkler.
Die öffentliche Förderung sei ein langwieriger Prozess: „Erst die politische Zusage, dann ein zweistufiger Prüfungsprozess, begleitet durch die Oberfinanzdirektion. Das lange Warten, bis schließlich der Zuwendungsbescheid vorlag und die Gelder überwiesen wurden, hat bei uns trotz der vorherigen politischen Zusagen selbstverständlich für Nervosität gesorgt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





