
Lars von Trier zum Siebzigsten: Die Stätte deiner Erniedrigung musst du verheeren
Lars von Trier zum Siebzigsten : Die Stätte deiner Erniedrigung musst du verheeren Von Dietmar Dath 30.04.2026, 06:12 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Lars von Trier Imago Ist Lars von Trier ein Formalist?...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Lars von Trier zum Siebzigsten : Die Stätte deiner Erniedrigung musst du verheeren Von Dietmar Dath 30. 2026, 06:12 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Lars von Trier Imago Ist Lars von Trier ein Formalist?
Zum siebzigsten Geburtstag des Filmemachers. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Wie viele Filme handeln von der Hassliebe zwischen den intim verfeindeten Geschwistern Rache und Recht? Nach Lars von Triers „Dogville“ (2003) hätte man damit aufhören können; das Thema wird dort in zwei Szenen abgeschlossen.
Die Einzelheiten
In der ersten muss Nicole Kidman als gläserne Kühlerfigur namens Grace dabei zuschauen, wie eine provinzielle Sadistin die kleinen Porzellanfigürchen zerschmeißt, die Grace als Sinnbilder ihrer vergeblichen Sehnsucht nach Schönheit liebt. Falls sie sich zusammenreiße, so wird sie ermahnt, höre die Tortur auf. Zweite Szene: Grace sitzt nach endlosen Erniedrigungen im Auto und ordnet an, die Kinder der Sadistin zu ermorden, eins nach dem andern.
Die Mutter solle versuchen, die Tränen zu unterdrücken, wenn das gelänge, höre das Töten auf. Diese tiefen Szenen hat man nicht erwarten können von einem Mann, der noch zwanzig Jahre zuvor mit „The Element of Crime“ (1984) in beeindruckender Ausführlichkeit die geleckte Gleichung „Luis Buñuel plus Sergej Eisenstein geteilt durch Kabelfernsehen um 23 Uhr“ bebildert hatte. Der Schöpfer von „Element of Crime“ wollte Formalist sein, ohne Poet zu werden; alle, die von der Kunst unmittelbar Wahres erhoffen, wollen solche Dummheiten.
Die untauglichsten seiner Versuche, jede poetische Gefahr zu bannen, sind Lars von Triers gelegentliche Kraftmeiereien mit abstoßender Symbolik, vor allem mit Nazikram und unwirtschaftlichen Ekel-Reflextriggerzeichen (er kennt auch die ökonomisch effektiven, die sind dann wunderschön). Lehrbeauftragte sind bei ihm die Unrettbaren Das viel zu stark beachtete „Dogma“-Manifest von 1995 will das Peinlichkeitspotential aller Kunst per Ultra-Naturalismus zerstören; „Idioten“ (1998), Lars von Triers praktischer Beitrag zu diesem Unfug, ist zumindest nicht langweilig, aber doch ein Rückfall hinter seine bereits erfolgte Emanzipation vom faden Spiel „Für und wider die Poesie“. Diese Emanzipation war eigentlich bereits mit der sehr guten Fernseharbeit „Geister“ (1994) vollzogen.
Was Experten sagen
Aber keines seiner Ergebnisse hat für ihn lange Bestand; er benimmt sich wie einer, der beschlossen hat, dass die Kritik seiner älteren Kunst nirgendwo anders als in seiner je neuesten Kunst stattzufinden habe. Externer Inhalt von Youtube Um externe Inhalte anzuzeigen, ist Ihre widerrufliche Zustimmung nötig. Dabei können personenbezogene Daten von Drittplattformen (ggf.
USA) verarbeitet werden. Weitere Informationen . Externe Inhalte aktivieren An Kritik von außen mag er nicht, dass sie nach Erziehung riecht.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





