
Leben im ländlichen Raum: Die Lust aufs Land ist nur ein Mythos
Leben im ländlichen Raum : Die Lust aufs Land ist nur ein Mythos Von Anne Kokenbrink 18.05.2026, 11:35Lesezeit: 3 Min. Wer aufs Land zieht, schätzt die Natur, das gesunde Wohnumfeld und ein hohes...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Leben im ländlichen Raum : Die Lust aufs Land ist nur ein Mythos Von Anne Kokenbrink 18. 2026, 11:35Lesezeit: 3 Min. Wer aufs Land zieht, schätzt die Natur, das gesunde Wohnumfeld und ein hohes Sicherheitsgefühl.
dpaZieht es die Deutschen wirklich vermehrt ins Ländliche? Eine neue Studie zeichnet ein differenziertes Bild. Welche Faktoren den Ausschlag geben – und für wen sich das Landleben besonders lohnt.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die oft zitierte neue Sehnsucht der Deutschen nach dem Landleben ist einer Studie zufolge zu einem großen Teil ein Mythos. Zwar gewannen ländliche Gemeinden zuletzt Einwohner, doch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) kommt in einer aktuellen Untersuchung zu einem eindeutigen Befund: Ein grundlegender Wandel der Wohnpräferenzen lässt sich daraus nicht ableiten. Verantwortlich für den Umzug aufs Land sind in erster Linie demographische Verschiebungen, angespannte Wohnungsmärkte in den Städten und veränderte Arbeitsmodelle.
„Die Debatte über eine neue Sehnsucht nach dem Land greift zu kurz“, sagt BBSR-Stadtforscher Thomas Pütz. Die verbesserten Binnenwanderungssalden ländlicher Räume seit etwa 2013 erklärten sich vor allem durch die gesunkene Zahl junger, besonders mobiler Menschen in ländlichen Regionen. Da es weniger junge Erwachsene im typischen Umzugsalter gibt, ziehen weniger Menschen von dort weg, nicht aber deutlich mehr aufs Land, heißt es in der Studie.
Für die Untersuchung wertete das Forschungsinstitut Empirica im Auftrag des BBSR Binnenwanderungsdaten bis 2024 aus und befragte rund 1000 Menschen, die seit 2019 in peripher gelegene ländliche Gemeinden gezogen waren. Von diesen kamen 23 Prozent direkt aus einer Großstadt, ein Drittel zog innerhalb der eigenen Region um, weitere 16 Prozent waren Rückkehrer in ihre Herkunftsregion. Wer aufs Land zieht, sucht nicht die perfekte InfrastrukturDie Befragung zeigt, dass vor allem Familien in ländliche Regionen ziehen.
Was Experten sagen
Ausschlaggebend sind vor allem der Wunsch nach Ruhe, Naturnähe, einem gesunden Wohnumfeld und mehr Sicherheit. Für 37 Prozent der Befragten spielt die Nähe zur Natur eine zentrale Rolle. Häufig geht es zudem um den Wunsch nach Wohneigentum und mehr Wohnfläche.
Zuziehende aus Großstädten vergrößern ihre Wohnfläche im Durchschnitt von 85 auf 123 Quadratmeter; gleichzeitig steigt die Eigentumsquote in dieser Gruppe von 20 auf 52 Prozent. Mit dem Umzug verändert sich auch die Mobilität: Die Abhängigkeit vom Auto nimmt zu, und für rund 40 Prozent der Befragten verlängert sich der Arbeitsweg. Gleichzeitig ermöglichen es seit der Corona-Pandemie immer mehr Arbeitsmodelle, ortsunabhängig zu arbeiten.
Zudem hat sich das Arbeitsplatzangebot in ländlichen Regionen sowohl quantitativ als auch hinsichtlich der Vielfalt überdurchschnittlich entwickelt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





