
Leben in den Zwanzigern: „Es ist kein moralisches Versagen, später ‚erwachsen‘ zu werden“
Leben in den Zwanzigern : „Es ist kein moralisches Versagen, später ‚erwachsen‘ zu werden“ Von Bertram Eisenhauer 18.05.2026, 05:59Lesezeit: 8 Min. Vielleicht erstmal reisen? Junge Leute werden heute später...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Leben in den Zwanzigern : „Es ist kein moralisches Versagen, später ‚erwachsen‘ zu werden“ Von Bertram Eisenhauer 18. 2026, 05:59Lesezeit: 8 Min. Vielleicht erstmal reisen?
Junge Leute werden heute später „erwachsen“. picture alliance / Westend61Muss man in den Zwanzigern schon wissen, was man im Leben machen will? Ein Entwicklungspsychologe erklärt, warum junge Menschen heute Ehe und Verantwortung hinauszögern – und warum das so gut ist.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Professor Arnett, gestatten Sie, dass ich mit einer persönlichen Frage beginne, die Sie sowohl als Forscher als auch Vater von zwei Kindern anspricht. Ich habe eine Nichte und einen Neffen, beide Anfang 20. Tolle Kinder, aber ihre Mutter, meine Schwester, ist besorgt, weil sie sich Zeit lassen, um ihren Weg im Leben zu finden.
Vielleicht hätten Sie einen Rat, den ich meiner Schwester geben könnte von dem Professor aus Amerika? ) Nun, das ist ein Problem, das ich gut kenne. Schon bevor meine beiden Kinder, Zwillinge, in dieses Alter kamen und ich eine persönliche Erfahrung damit machte, hatte ich 2014 an einem Ratgeberbuch für Eltern von Kindern in den Zwanzigern mitgeschrieben, dessen zentrale Botschaft lautet: Akzeptieren Sie die Grenzen Ihrer Macht und seien Sie geduldig!
In der Neuzeit ist es in der westlichen Welt nicht möglich, Kinder in diesem Alter dazu zu bringen, die Frage zu beantworten, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen – und das sollte man auch gar nicht erst versuchen. Es liegt an den jungen Leuten selbst, das herauszufinden, und sie werden dafür sicher deutlich über 21 oder 22 sein. Meine Zwillinge sind jetzt 26.
Was Experten sagen
Mein Sohn ist fest entschlossen, seinen Weg in der Biomedizin zu machen; er ist in einem Doktorandenprogramm. Meine Tochter ist wirklich unentschlossen; sie hat vor einigen Monaten mit Sozial- und Kulturpsychologie an der London School of Economics begonnen, und grundsätzlich gefällt es ihr, aber sie ist nicht sicher, ob es das ist, was sie will. Deshalb ist der Ratschlag an Eltern, Geduld zu haben, besonders wichtig.
Es ist verständlich, dass Eltern wollen, dass ihre Kinder einen stabilen und befriedigenden Weg im Leben finden. Ich kenne dieses Gefühl; ich wünsche es meinen eigenen Kindern, besonders meiner Wandertochter, aber Sie können das nicht für sie entscheiden. Sie können ihnen Ratschläge geben, wenn sie es wollen, aber wundern Sie sich nicht, wenn sie als Antwort die Augen rollen und das Thema wechseln.
Jeffrey Arnett ist Professor für Psychologie an der Clark University in Worcester, Massachusetts, und Autor u. von „Emerging Adulthood: The Winding Road from the Late Teens Through the Twenties“. privatJa, meine Nichte und mein Neffe sind große Augenroller.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





