
Machtkampf um KNDS: Der größte Rüstungsbörsengang aller Zeiten – ohne deutsche Beteiligung?
Machtkampf um KNDS : Der größte Rüstungsbörsengang aller Zeiten – ohne deutsche Beteiligung? Von Julia Löhr, Berlin , Niklas Záboji, Paris 15.05.2026, 19:28Lesezeit: 4 Min. Boxer, Puma und Leopard: Panzer von KNDS...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Machtkampf um KNDS : Der größte Rüstungsbörsengang aller Zeiten – ohne deutsche Beteiligung? Von Julia Löhr, Berlin , Niklas Záboji, Paris 15. 2026, 19:28Lesezeit: 4 Min.
Boxer, Puma und Leopard: Panzer von KNDS stehen vor der Fabrik in München. ReutersDer Rüstungskonzern KNDS soll an die Börse – und der deutsche Staat Anteilseigner werden. Doch das Vorhaben stockt.
Die Einzelheiten
Jetzt geht der Vorstandsvorsitzende in die Offensive. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der Weg zur Schaffung eines paneuropäischen Panzerchampions schien geebnet: Die in Amsterdam ansässige KNDS-Holding, 2015 entstanden aus der Fusion des Münchner Familienunternehmens Krauss-Maffei Wegmann und des französischen Staatskonzerns Nexter, sollte im Sommer dieses Jahres an die Börse. Mit einer neuen Strategie, Führung und Eigentümerstruktur sollte staatlicher Einfluss gewahrt bleiben, KNDS zugleich aber wie seinerzeit Airbus privatwirtschaftliche Autonomie erhalten.
Die bislang weitgehend getrennt voneinander arbeitenden Geschäftseinheiten in Deutschland und Frankreich sollten zu einem schlagkräftigen Konzern verschmolzen werden. Doch schon seit Wochen stockt das Vorhaben, bei dem Hersteller von Leopard-Kampfpanzern, Boxer-Transportpanzern und anderem Wehrgerät ein neues Kapitel aufzuschlagen. Der Börsengang im Sommer ist plötzlich nicht mehr so klar, wie er schien.
Die Verhandlungen über die neue Eigentümerstruktur treten auf der Stelle. Der Grund: Unklarheit aufseiten der Bundesregierung, in welcher Form sie bei KNDS deutsche Interessen geltend machen will. Einerseits ist sie entschlossen, nicht nur die Modernisierung und den Börsengang des Konzerns zu unterstützen, sondern auch Anteile an dessen Kapital zu erwerben.
Was Experten sagen
Andererseits sind die Ministerien über die Modalitäten uneins. Nach Medienberichten, wonach die Bundesregierung auf einen späteren Zeitpunkt für den Börsengang gedrängt haben soll, ist KNDS-Vorstandsvorsitzender Jean-Paul Alary nun in die mediale Offensive gegangen. Diplomatisch formuliert, lässt sich seine am Freitag verschickte Stellungnahme als Kampfansage an Berlin interpretieren.
Demnach teile man „angesichts von Spekulationen in den Medien über eine mögliche Verzögerung des Börsengangs“ mit, dass Vorbereitungen für diesen gemäß dem ursprünglichen Zeitplan fortgesetzt werden. Man prüfe weiterhin, wann der frühestmögliche geeignete Zeitpunkt dafür ist. Dabei werde man von den Anteilseignern und dem Verwaltungsrat voll und ganz unterstützt.
Auch dem politischen Umfeld geschuldet„KNDS würde eine mögliche Beteiligung der Bundesregierung am Aktionärskreis natürlich begrüßen“, stellt Alary klar. Der Fokus liege jedoch „weiterhin darauf, den Börsengang sorgfältig und im besten Interesse des Unternehmens, seiner bestehenden Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden vorzubereiten“.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





