
Maxim Billers Kolumne: Was muss man essen, um von diesem Mann nicht beleidigt zu werden?
Maxim Billers Kolumne : Was muss man essen, um von diesem Mann nicht beleidigt zu werden? Ein Kommentar von Markus Steinmayr07.05.2026, 13:50Lesezeit: 3 Min. Maxim Biller auf dem Internationalen Literaturfestival...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Maxim Billers Kolumne : Was muss man essen, um von diesem Mann nicht beleidigt zu werden? Ein Kommentar von Markus Steinmayr07. 2026, 13:50Lesezeit: 3 Min.
Maxim Biller auf dem Internationalen Literaturfestival Berlinpicture allianceIn einer „Zeit“-Kolumne entwirft der Schriftsteller Maxim Biller ein Zerrbild des Literaturhistorikers Steffen Martus. Turnschuhe, Jeans und Avocadobrot gehören sich laut Biller nicht für einen Professor. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App In Berlin treffen sich ständig wichtige Leute an Orten wie dem „Borchardt“, dem „Grill Royal“ oder auch im „Café Einstein“.
Die Einzelheiten
Neulich nun hat sich der Schriftsteller Maxim Biller mit Steffen Martus im „Einstein“ getroffen. Martus ist Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und Autor des zurzeit wichtigsten Buches zur deutschen Gegenwartsliteratur, „Erzählte Welt. Eine Literaturgeschichte der Gegenwart 1989 bis heute“.
Ergebnis dieses Treffens ist eine Kolumne Billers, die unter dem Titel „Literaturgeschichte: Und die Juden? “ in der Reihe „Über den Linden“ in der „Zeit“ erschienen ist. Kolumnen weisen bisweilen eine typische Vermischung von Wahrheit und Erfindung auf.
Das macht ihren Reiz aus, und zudem der performative Charakter – sie erzählen ja nicht nur, sondern tun eben auch etwas: Sie beleidigen oder verleumden. Der Kolumnist verzichtet gerne aufs Investigative oder Informierende, hält es mit den Fakten nicht so genau. Martus’ neues Buch sei ihm mit achtunddreißig Euro zu teuer gewesen, so Biller.
Was Experten sagen
Es geht ihm aber vor allem darum, das Konzept des Literaturhistorikers zu kritisieren, indem er Martus vorwirft, er ignoriere jüdische Stimmen in der Gegenwartsliteratur. Ob an dem Vorwurf etwas dran ist, steht auf einem anderen Blatt. Bei der Lektüre besagter Kolumne jedenfalls muss man die für den literarischen Journalismus typische Oszillation zwischen Fakten und Fiktionen und auch den performativen Charakter beachten.
Dass es sich bei diesem Text um ein literaturjournalistisches Format handelt, wird ganz zu Beginn deutlich. Innerhalb der erzählten Welt der Kolumne wird ein klassisches Motiv des popliterarischen und popjournalistischen Schreibens aufgerufen: die Marke. Marken sind starke Zeichen, sie garantieren Wiedererkennbarkeit für den Leser und sind Teil unseres Alltags.
Sie sind daher Medien der realistischen Darstellung. „Und so unprofessoral“ sei Martus laut Biller, „mit seinen Turnschuhen, der einfachen Jeans und der Salz-und-Pfeffer-Strickjacke, die genauso von Sage de Cret wie von Primark sein könnte“. Damit ist das Signal gesetzt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





