
Neue Viertel, halbe Sachen: Wohlfühlen zwischen quadratischen Klötzen?
Neue Viertel, halbe Sachen : Wohlfühlen zwischen quadratischen Klötzen? Von Anne-Christin Sievers 14.05.2026, 21:03Lesezeit: 5 Min. Im Frankfurter Europaviertel herrscht architektonische Monokultur.Lucas BäumlKurze Wege...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Neue Viertel, halbe Sachen : Wohlfühlen zwischen quadratischen Klötzen? Von Anne-Christin Sievers 14. 2026, 21:03Lesezeit: 5 Min.
Im Frankfurter Europaviertel herrscht architektonische Monokultur. Lucas BäumlKurze Wege durch die Monotonie: In jungen Quartieren kommt selten ein Heimatgefühl auf. Ein Viertel muss mehr leisten, damit seine Bewohner es als Zuhause empfinden.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Ob für Studenten, Arme oder Bonzen, Banken oder Bahnhof, ob historisch gewachsen oder neu auf der grünen Wiese hochgezogen – Viertel verleihen einer Stadt Struktur, sie geben ihren Bewohnern Orientierung. Umso stärker Metropolen wuchsen, desto wichtiger wurde die Rolle, die das Quartier mit seinen besonderen Eigenschaften für die Menschen spielt. Als räumlich abgegrenzte Einheit wirkt das Viertel übersichtlich.
Es bildet ein Gegengewicht zur Anonymität des Urbanen, zum Moloch der Großstadt, der die Individualität des Einzelnen zu verschlingen droht. Läuft es gut, identifizieren sich die Menschen mit der Gegend, in der sie wohnen. Im besten Fall kennen sie ihre Nachbarn, halten ein Schwätzchen mit der Bäckersfrau und gehen in den Sportverein um die Ecke.
Sie eignen sich ihre Umgebung an, gestalten sie mit, fühlen sich in den überschaubaren Straßenzügen wohl, sicher und geborgen. Doch wie kann das gelingen? Was muss ein Viertel leisten, damit seine Bewohner es als Zuhause empfinden?
Was Experten sagen
Was ein Quartier lebenswert und zugänglich macht, hat der französische Urbanist Carlos Moreno in seinem Konzept der 15-Minuten-Stadt auf den Punkt gebracht, an dem sich auch Planer hierzulande orientieren. Alles, was Stadtbewohner im Alltag brauchen, soll idealerweise innerhalb von 15 Minuten per Rad oder zu Fuß erreichbar sein – etwa Supermarkt, Restaurant, Park, Schule, Ärzte und Arbeit. Da die Leute in der Stadt der kurzen Wege aufs Auto verzichten können, nehmen Verkehr, Unfälle, Lärm, Schmutz und Stress ab.
Sie bewegen sich mehr, ihr Risiko für chronische Krankheiten sinkt, sie leben gesünder und nachhaltiger. Sicherheit, Wohlbefinden und Zusammenhalt verbessern sich. Neue Quartiere mutieren zur SchlafstadtLaut Studien kommen viele deutsche Großstädte dem Ideal der 15-Minuten-Nachbarschaft recht nahe.
Die Deutschen könnten ihre täglichen Besorgungen im Mittel nach 14,6 Minuten Fuß- oder Radweg erledigen, durchschnittlich lassen sich drei Viertel der wichtigsten Angebote binnen 15 Minuten erreichen. Trotzdem nutzen die Bewohner diese Möglichkeit eher wenig. Weil die Realität in der Praxis trotz dieser Durchschnittszahlen oft anders aussieht.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





