
Neuer Klubobmann gewählt: Die ÖVP bricht nicht mit der Vergangenheit
Neuer Klubobmann gewählt : Die ÖVP bricht nicht mit der Vergangenheit Von Alexander Haneke, Wien 05.05.2026, 19:23 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Aufnahme aus dem September 2025: Der neue Klubobmann Ernst...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Neuer Klubobmann gewählt : Die ÖVP bricht nicht mit der Vergangenheit Von Alexander Haneke, Wien 05. 2026, 19:23 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Aufnahme aus dem September 2025: Der neue Klubobmann Ernst Gödl in Wien dpa Im Zuge einer Postenaffäre stellt sich Österreichs Volkspartei neu auf.
Nach einem Bruch mit der Kultur der politischen Einflussnahme sieht es aber nicht aus. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Es dauerte nicht lange, bis die Nachfolge geregelt war. Noch am Montagabend einigte sich der Vorstand der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) auf einen neuen Klubobmann, wie die Fraktionsvorsitzenden im Nationalrat genannt werden.
Die Einzelheiten
Am Dienstag kamen die Abgeordneten in Wien zusammen und hoben Ernst Gödl einstimmig ins Amt. Der 54 Jahre alte Jurist aus der Steiermark wird damit die Funktion von August Wöginger übernehmen, der am Montag zurückgetreten war, nachdem ihn ein Gericht in Linz wegen Beihilfe zum Amtsmissbrauch verurteilt hatte. So reibungslos die Wahl verlief, so konnte sie doch nicht verdecken, wie schwer der Fall auf der Volkspartei lastet.
Wöginger wurde vorgeworfen, einem Parteifreund zum Leitungsposten in einem lokalen Finanzamt verholfen zu haben. Vor rund zehn Jahren hatte Wöginger beim damaligen Generalsekretär im Finanzministerium zu dessen Gunsten „interveniert“, der das Anliegen wiederum an zwei ÖVP-Leute in der Besetzungskommission weitergab, woraufhin Wögingers Mann den Posten anstelle einer eigentlich besser qualifizierten Mitbewerberin bekam. Obwohl die Gerichtsentscheidung und damit Wögingers Rücktritt am Montag alles andere als überraschend kamen, war die Suche nach seinem Nachfolger offenbar so diskret verlaufen, dass der Auserwählte selbst, Ernst Gödl, sich völlig überrascht zeigte.
„Stabilitätsanker in unruhigen Zeiten“ Wöginger wurde nicht nur in seiner eigenen Partei für seine Verlässlichkeit und sein verbindendes Gemüt sehr geschätzt, auch unter den politischen Gegnern hört man kaum ein negatives Wort über ihn. Der 51 Jahre alte Oberösterreicher hatte in allen Regierungskoalitionen der letzten Jahre – ob mit der rechten FPÖ, später mit den Grünen oder derzeit mit SPÖ und liberalen Neos – die Funktion, diskret an Kompromissen zu arbeiten, mit denen alle Partner leben konnten. Auch SPÖ-Klubchef Philip Kucher lobte die Zusammenarbeit mit Wöginger als „stets vertrauensvoll und von Verlässlichkeit geprägt“.
Was Experten sagen
Dessen Nachfolger Gödl wird entsprechend große Fußstapfen füllen müssen. Er gab am Dienstag „Haltung, Haftung und Hingabe“ als seine drei Grundprinzipien aus und versprach, die Fraktion mit ruhiger Hand zu führen, ein „Stabilitätsanker“ in unruhigen Zeiten zu sein. Er werde daran arbeiten, „gemeinsam tragfähige Lösungen“ zu finden, sagte Gödl.
„Ich stehe nicht für große Sprüche, ich stehe für eine Handschlagsqualität. “ Auch wenn nur wenige Beobachter den neuen Klubobmann auf dem Zettel hatten, passt er doch ins Format der Volkspartei.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





