
Neugeborenen-Screening: Geben neue Tests mehr Sicherheit nach der Geburt?
Neugeborenen-Screening : Geben neue Tests mehr Sicherheit nach der Geburt? Von Joachim Müller-Jung 18.05.2026, 11:07Lesezeit: 4 Min. Ein paar Blutstropfen werden für das Neugeborenen-Screening auf eine spezielle...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Neugeborenen-Screening : Geben neue Tests mehr Sicherheit nach der Geburt? Von Joachim Müller-Jung 18. 2026, 11:07Lesezeit: 4 Min.
Ein paar Blutstropfen werden für das Neugeborenen-Screening auf eine spezielle Filterpapierkarte aufgetragen. GettyDas Neugeborenen-Screening ist auf mehr als zwei Dutzend Tests erweitert worden. Bald könnten Hunderte Gentests dazu kommen.
Die Einzelheiten
Wie viel mehr Schutz bietet das – oder geht die Datensammlung zu weit? Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Ein paar Tage nach der Geburt, meistens genau dann, wenn im Leben schon fast nichts mehr zählt als das Baby und alles in bester Ordnung scheint, heißt es für die allermeisten Eltern: Keine Nachricht ist eine gute Nachricht. In einem von tausend Fällen allerdings kommt doch eine Nachricht, sei es von der Hebamme oder aus der Arztpraxis.
Und dann heißt es für die frischgebackenen Eltern: Das Schicksal hat unbemerkt zugeschlagen. Ein „positiver“ Test. Die Screeningkarte ist auffällig.
Ohne zu zögern, werden die Eltern darüber informiert, dass die Testkarte des Neugeborenen-Screenings eine seltene, aber möglicherweise schwere und noch quasi versteckte Stoffwechselkrankheit anzeigt. Wie die Ärzte und Hebammen das wissen können? Von einem Bluttest, der frühestens 36 Stunden und spätestens 72 Stunden nach der Geburt am Sprössling vorgenommen wird – vorausgesetzt, die Eltern stimmen dem zu.
Was Experten sagen
Und das tun die meisten. 99 Prozent der werdenden Mütter und Väter wollen, dass ihrem Säugling nach einem winzigen Piks an der Ferse ein paar Tropfen Blut entnommen und die saugfähige Testkarte damit beträufelt wird. Die getrockneten Blutproben des Kindes gehen ins Labor, werden auf ganz bestimmte genetische oder biochemische Abweichungen von der Norm untersucht, und je nachdem, was dabei herauskommt, kommt die Rückmeldung an Arztpraxis, Hebamme, Eltern.
Oder eben nicht, sollte die Testreihe unauffällig sein. Starker Vitamin-B12-Mangel der Mutter im TestprogrammInsgesamt 19 potentiell gefährliche Krankheiten – von der Phenylketonurie, Mukoviszidose bis zur Sichelzellenanämie – umfasste das Neugeborenen-Screening bisher. Seit diesem Freitag, den 15.
Mai, sind es vier Tests mehr. Vor einem Jahr hatte der für die Kostenerstattung zuständige Gemeinsame Bundesausschuss einem Antrag der Patientenvertretung zugestimmt, das routinemäßige Screening um diese vier seltenen Anlagen zu erweitern: Homocystinurie, Propionazidämie (PA) und Methylmalonazidurie (MMA) und Vitamin-B12-Mangel. Bei den ersten drei handelt es sich um seltene angeborene Stoffwechselstörungen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





