
NSDAP-Akten: Warum das Bundesarchiv keine NS-Personenakten freischaltet
Bild vergrößern Bundesarchivchef Hollmann: Mehr als 75.000 Anfragen zu Personen in der NS-Zeit Foto: Martin Lengemann / WELT / ullstein bild Umgang mit NSDAP-Akten »Wer nur auf das Parteibuch starrt, bekommt ein...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Bild vergrößern Bundesarchivchef Hollmann: Mehr als 75. 000 Anfragen zu Personen in der NS-Zeit Foto: Martin Lengemann / WELT / ullstein bild Umgang mit NSDAP-Akten »Wer nur auf das Parteibuch starrt, bekommt ein schiefes Bild« Das Bundesarchiv erreicht jährlich Zehntausende Anfragen zu Personen in der NS-Zeit. Präsident Michael Hollmann sagt, warum seine Behörde Personenakten nicht einfach freischalten will.
Ein Interview von Felix Bohr 13. 46 Uhr Zur Merkliste hinzufügen X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X.
Die Einzelheiten
com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Sie können den Artikel leider nicht mehr aufrufen. Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet. SPIEGEL: Herr Hollmann, warum macht es das Bundesarchiv den Menschen so schwer, auf die NSDAP-Mitgliederkartei zuzugreifen?
Hollmann: Wir machen es niemandem schwer. Für diese Unterlagen gibt es in Deutschland klare Zugangsregeln, da die NSDAP-Mitgliederkartei im engsten Sinne personenbezogen ist. Vereinfacht gesagt: 100 Jahre nach der Geburt beziehungsweise zehn Jahre nach dem Tod einer Person sind die Unterlagen für jedermann zugänglich.
Zur Person Foto: Boness / IPON / ullstein bild Michael Hollmann, Jahrgang 1961, ist Historiker und Archivar und steht seit 2011 als Präsident an der Spitze des Bundesarchivs. Er studierte Geschichte, Germanistik und Pädagogik, wurde 1988 promoviert und kam nach dem Archivreferendariat in den höheren Archivdienst des Bundesarchivs. Dort bekleidete er verschiedene Funktionen, bevor er zum Leiter der Bundesbehörde berufen wurde.
Was Experten sagen
SPIEGEL: Das US-Nationalarchiv hat die Kartei komplett im Internet veröffentlicht . Hollmann: Wir sind als deutsche Bundesbehörde dem Datenschutz- und Archivrecht verpflichtet. Auch Transparenz ist an rechtliche Vorgaben gebunden.
Ich verwahre mich gegen den Eindruck, hier würde Täterschutz betrieben. Das ist nicht der Fall. SPIEGEL: Aber die NSDAP-Mitgliedskarten sind doch auch im Bundesarchiv längst digitalisiert.
Online stellen Sie die Kartei trotzdem nicht. Hollmann: Wir haben die Originalkartei vor mehr als zehn Jahren digitalisiert, um intern gut arbeiten zu können. Seit Langem also können wir digital recherchieren und Anfragen deutlich schneller beantworten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





