
NSDAP-Mitgliedschaft: »Es gab keinen Zwang – aber sozialen Druck«
Digitalisierte Nazi-Kartei »Es gab keinen Zwang, in die NSDAP einzutreten – aber sozialen Druck« Der Politikwissenschaftler Jürgen Falter erklärt, was das Eintrittsdatum in die NSDAP über politische Überzeugung und...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Digitalisierte Nazi-Kartei »Es gab keinen Zwang, in die NSDAP einzutreten – aber sozialen Druck« Der Politikwissenschaftler Jürgen Falter erklärt, was das Eintrittsdatum in die NSDAP über politische Überzeugung und Karrierismus verrät – und warum ihn der Fund der Karteikarte seines Onkels bis heute beschäftigt Ein Interview von Frederik Seeler 15. 31 Uhr Zur Merkliste hinzufügen X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X.
com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Junge Landwirte jubeln Hitler zu, 1935: »Die Landbevölkerung hat überdurchschnittlich häufig NSDAP gewählt, aber nur wenn sie evangelisch war« Foto: Roger Viollet / Getty Images Sie können den Artikel leider nicht mehr aufrufen. Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet. SPIEGEL: Herr Professor Falter, haben Sie in den vor Kurzem digitalisierten NSDAP-Mitgliedskarteien nach Ihren Familienmitgliedern geschaut?
Die Einzelheiten
Falter: Ich habe natürlich auch einige Namen eingegeben, vieles wusste ich aber schon. Als Wissenschaftler durfte ich bereits in den Neunzigern in den originalen Papier-Karteien im Berlin Document Center forschen und Stichproben nehmen. Natürlich habe ich auch bei den Falters nachgeschaut.
SPIEGEL: Und was haben Sie gefunden? Falter: Ich entdecke einen Willi Falter aus Darmstadt. Ein Bruder meines Vaters.
In der Familie wusste niemand von seinem Parteieintritt. Sein Vater, mein Großvater, stand politisch dem katholischen Zentrum nahe; er hätte nach Aussage meines Vaters den Sohn wohl aus dem Haus geworfen, wenn er es gewusst hätte. Aber die Kartei bewies die Mitgliedschaft eindeutig.
Was Experten sagen
Onkel Willi hatte es verschwiegen. Zur Person Foto: Thomas Hartmann Jürgen W. Falter, Jahrgang 1943, ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz.
Der Wahlforscher gilt als einer der renommiertesten Experten für die Geschichte der NSDAP. Für sein Standardwerk »Hitlers Parteigenossen« wertete er mit seinem Team in Stichproben mehr als 50. 000 Mitgliedskarten aus.
SPIEGEL: Was bewog ihn, als so junger Mann in die Partei einzutreten? Falter: Er ist an seinem achtzehnten Geburtstag eingetreten, kurz vor dem Abitur. Er wollte Gymnasiallehrer werden, da hätte ihm eine Mitgliedschaft geholfen, Beamter zu werden.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





