
Pfiffe auf DGB-Kongress: „Meine Damen und Herren, das ist Demographie und Mathematik“
Pfiffe auf DGB-Kongress : „Meine Damen und Herren, das ist Demographie und Mathematik“ Von Dietrich Creutzburg , Julia Löhr , Manfred Schäfers 12.05.2026, 13:57Lesezeit: 5 Min. Friedrich Merz auf dem...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Pfiffe auf DGB-Kongress : „Meine Damen und Herren, das ist Demographie und Mathematik“ Von Dietrich Creutzburg , Julia Löhr , Manfred Schäfers 12. 2026, 13:57Lesezeit: 5 Min. Friedrich Merz auf dem DGB-KongressReutersKanzler Merz versucht sich vor den Gewerkschaften in einer Ruckrede – und stößt auf lauten Protest.
Das zeigt, wie tief die Gräben sind. Sind Kompromisse für Reformen überhaupt noch möglich? Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Kongresse des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sind für politische Gäste schwierige Veranstaltungen.
Die Einzelheiten
Angela Merkel (CDU) wurde dort schon 2006 mit Buhrufen und Pfiffen empfangen, im ersten Jahr ihrer Kanzlerschaft, als sie noch als neoliberale Reformerin galt. Nun, zwanzig Jahre später, hat Friedrich Merz (CDU) eine solche Erfahrung gemacht. Seine Bemühungen, den Delegierten des DGB die Reformpläne der Bundesregierung zu erklären, setzen diese am Dienstag teils lautstarke Protestrufe und „Daumen runter“-Schilder entgegen.
„Wir können nicht einfach so weitermachen wie in den letzten 20 Jahren“, hatte Merz zuvor in seiner Gastrede dargelegt. Dann wurde er konkreter. „Wir können die sozialen Versprechen – die wir uns ja geben wollen – nur halten, wenn wir wirtschaftlich wieder stark werden“, mahnte er.
Die Probleme hätten ihren Kern in verschlechterten Standortbedingungen für Unternehmen. „Die Kosten sind zu hoch. “Fahimi sieht einen „Großkonflikt“Damit hatte Merz eine Begründungslinie in den Raum gestellt, die der Sicht des DGB fundamental entgegenläuft.
Was Experten sagen
Dessen Vorsitzende Yasmin Fahimi hatte es am Vortag noch einmal sehr klar betont: Für die Gewerkschaften lässt sich der Sozialstaat, ob bei Rente, Gesundheit oder Pflege, nur mit höheren Einnahmen stabilisieren, mit Sozialbeiträgen auf weitere Einkünfte neben dem Lohn, mit höheren Steuern auf höhere Einkommen, Erbschaften und Vermögen. Mit Blick auf die für dieses Jahr geplante Rentenreform hatte Fahimi offen mit einem „Großkonflikt“ gedroht. Merz wich mit seiner Argumentation vor dieser Konfliktkulisse jedoch nicht zurück.
Die Reformpläne zur Rente seien „keine Bösartigkeit von mir oder von der Bundesregierung“, hielt er den Delegierten entgegen. „Meine Damen und Herren, das ist Demographie und Mathematik. “ Es übersteige „ganz einfach die Kräfte von zwei Beitragszahlern, wenn sie in Zukunft eine Person in der Rente finanzieren sollen“.
Allerdings markierte er auch Grenzen, deren Gültigkeit in Gewerkschaften wie auch zuweilen beim Koalitionspartner SPD immer wieder angezweifelt wird. „Niemand in diesem Land schlägt Kürzungen der gesetzlichen Rente vor“, stellte der Kanzler klar. „Sie wären im Übrigen auch gar nicht zulässig.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





