
Pipeline-Deal in Bosnien: Die Angst vor dem Trump-Clan
Pipeline-Deal in Bosnien : Die Angst vor dem Trump-Clan Von Michael Martens 10.05.2026, 18:26Lesezeit: 9 Min. Donald Trump Junior und sein Vater, der amerikanische Präsident, am Rande eines MMA-Käfigkampfes im...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Pipeline-Deal in Bosnien : Die Angst vor dem Trump-Clan Von Michael Martens 10. 2026, 18:26Lesezeit: 9 Min. Donald Trump Junior und sein Vater, der amerikanische Präsident, am Rande eines MMA-Käfigkampfes im AprilReutersEine US-Firma mit Verbindungen zu Donald Trump will eine Gaspipeline in Bosnien bauen.
Der Hohe Repräsentant Christian Schmidt äußert Bedenken – und bringt die Amerikaner so gegen sich auf. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Schon bevor Donald Trump amerikanischer Präsident wurde, verfolgten die USA ihre außenpolitischen Ziele mit der Robustheit einer Großmacht, die man von europäischen Staaten so nicht kennt. Doch inzwischen ist es mitunter schwierig, zwischen nationalen Interessen Amerikas und der Gier seines mächtigsten Clans zu unterscheiden.
Die Einzelheiten
Das zeigt auch eine Entwicklung, die sich derzeit in einem Staat abspielt, der nur noch selten Schlagzeilen macht: Bosnien-Hercegovina liegt seit dem Ende des bosnischen Kriegs im Jahr 1995 meist im Windschatten der internationalen Aufmerksamkeit. In jüngster Zeit lässt sich in dem Balkanstaat aber exemplarisch beobachten, wie rücksichtslos Trumps Amerika in Europa agiert – und wie die Europäer die einstige Führungsmacht des Westens fürchten. Die Vorgeschichte führt zurück in das Interregnum zwischen der ersten und der zweiten Amtszeit Trumps, als Joe Biden amerikanischer Präsident war und viele Europäer unbedingt glauben wollten, die transatlantischen Beziehungen steuerten wieder auf die gewohnten Pfade zurück.
Damals verfolgte Washington auf dem Balkan einen energiepolitischen Plan, der an sich plausibel war. Er galt der Gasversorgung Bosniens, die komplett von Russland abhängig war und es bis heute ist. Zwar hat Gas nur einen geringen Anteil am Energiemix des Landes (vor allem das Fernwärmenetz der Hauptstadt Sarajevo ist darauf angewiesen), doch die bosnische Abhängigkeit besteht mehrfach: Das russische Gas kommt via Serbien ins Land, über die balkanische Verlängerung der Pipeline Turkstream, mit der Moskau die Türkei beliefert.
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Bosnien könnte sich davon unabhängig machen – mithilfe Kroatiens. Dort, vor der Adriainsel Krk, gibt es ein schwimmendes Flüssiggasterminal, von dem aus eine Leitung nach Bosnien gebaut werden könnte.
Was Experten sagen
In der Erwartung, dass dann vor allem amerikanisches Gas die russischen Lieferungen ersetzen könnte, wurden Pläne dazu schon von der Biden-Regierung intensiv gefördert. Anfang 2024 forderte Bidens Außenminister Antony Blinken die Regierungen Bosniens und Kroatiens sogar schriftlich auf, alle Widerstände gegen das Projekt aus dem Weg zu räumen. In Bosnien sperrte sich vor allem Dragan Čović, der mächtigste Politiker der kroatischen Bevölkerungsgruppe des Landes, gegen ein Gesetz zum Bau der Leitung.
Angeblich weil die Interessen der bosnischen Kroaten nicht ausreichend berücksichtigt waren.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





