
„Postenschacher“-Affäre: Bewährungsstrafe für ÖVP-Politiker Wöginger
„Postenschacher“-Affäre : Bewährungsstrafe für ÖVP-Politiker Wöginger Von Alexander Haneke, Wien 04.05.2026, 17:27 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen ÖVP-Klubobmann August Wöginger am 15. April 2026 im Rahmen...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. „Postenschacher“-Affäre : Bewährungsstrafe für ÖVP-Politiker Wöginger Von Alexander Haneke, Wien 04. 2026, 17:27 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen ÖVP-Klubobmann August Wöginger am 15.
April 2026 im Rahmen des Pressefoyers nach einer Sitzung des Ministerrats im Bundeskanzleramt in Wien. dpa Der mächtige ÖVP-Klubchef August Wöginger ist wegen Amtsmissbrauchs verurteilt. Mit ihm stand ein in Österreich System der Einflussnahme vor Gericht.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Im „Postenschacher“-Prozess hat das Landesgericht Linz den ÖVP-Politiker August Wöginger zu sieben Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe von 43. Die Schöffenkammer sah es als erwiesen an, dass der Klubobmann der ÖVP im Nationalrat, wie die Fraktionsvorsitzenden in Österreich genannt werden, seine Amtsmacht missbraucht habe, um einem Parteifreund zur Leitungsposition in einem Finanzamt zu verhelfen. Hintergrund ist ein Fall aus dem Jahr 2016, als ein Bürgermeister aus Oberösterreich sich um den Chefposten im Finanzamt Braunau-Ried-Schärding bewarb und Wöginger in dessen Bürgersprechstunde besuchte, damit dieser ein „gutes Wort“ für ihn einlege.
Wöginger reichte das Anliegen des ÖVP-Parteifreundes an den damaligen Generalsekretär im Finanzministerium, Thomas Schmid, weiter. Der wandte sich wiederum an einen ranghohen Gewerkschafter, der in der Besetzungskommission für den Posten saß und der nun, gemeinsam mit einem weiteren Mitglied der Kommission, mit auf der Anklagebank saß. Kronzeuge Schmid belastete Wöginger schwer Am Ende wurde der ÖVP-Bürgermeister von der Kommission als erster Kandidat gereiht und bekam den Posten.
Allerdings klagte eine unterlegene Kandidatin gegen die Entscheidung und bekam später vor dem Bundesverwaltungsgericht recht, da sie als besser qualifiziert befunden wurde. Ins Rollen war der Fall auch deshalb gekommen, da gegen den früheren Generalsekretär Schmid in mehreren anderen Verfahren ermittelt wurde. Nachdem die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) auf Schmids Handy zahlreiche Chats gefunden hatte, belastete der schließlich eine Reihe von früheren Parteifreunden aus der ÖVP, unter ihnen auch den ehemaligen Bundeskanzler Sebastian Kurz.
Was Experten sagen
Später bekam Schmid einen Kronzeugenstatus zuerkannt. Im Prozess gegen Wöginger waren es im Wesentlichen Schmids Angaben, aus denen das Gericht schloss, dass es sich bei der Weitergabe der Bewerbung nicht nur um ein „Bürgeranliegen“ handelte. Allen sei bewusst gewesen, dass hier einem Parteifreund ein Vorteil verschafft wurde, sagte die Vorsitzende Richterin laut Medienberichten.
Nach der Vernehmung von 31 Zeugen habe man einen genauen Eindruck davon bekommen, wie die Postenvergabe abgelaufen sei. Wöginger selbst hatte hingegen bis zuletzt auf seiner Version beharrt, dass er die Bewerbung lediglich „weitergereicht“ habe.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





