
Rebellen-Vormarsch in Mali: „Die Russen haben uns in Kidal im Stich gelassen“
Rebellen-Vormarsch in Mali : „Die Russen haben uns in Kidal im Stich gelassen“ Von Claudia Bröll, Kapstadt 30.04.2026, 11:55 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Siegessfeier: Tuareg-Rebellen am Samstag in Kidal...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Rebellen-Vormarsch in Mali : „Die Russen haben uns in Kidal im Stich gelassen“ Von Claudia Bröll, Kapstadt 30. 2026, 11:55 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Siegessfeier: Tuareg-Rebellen am Samstag in Kidal Malis Präsident sagt, das Land sei unter Kontrolle.
Aber strategische Fehler der Regierung haben den Vormarsch von Tuareg-Rebellen und Islamisten begünstigt. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Siegestrunken hissten die russischen Kämpfer im hohen Norden Malis die schwarze Flagge. Die Söldner der Wagner-Gruppe hatten die Stadt Kidal aus dem Griff der Tuareg-Rebellen zurückerobert.
Die Einzelheiten
Dies war nicht nur der größte militärische Erfolg Russlands in dem Wüstenstaat. Die Vertreibung der Rebellen zeigte auch, dass die neue Militärregierung in Bamako, die mit zwei Putschen, 2020 und 2021, an die Macht gelangt war, die Kontrolle über den unruhigen Norden wiedergewonnen hatte. Die Rückkehr der Rebellen nach Kidal zeigt nun, wie schnell diese Kontrolle dahin sein kann.
Ohne Getöse verkündeten die Kämpfer des russischen Afrikakorps, des Nachfolgers der Wagner-Truppe, ihren Rückzug aus der strategisch so wichtigen Stadt, angeblich nach Verhandlungen mit den neuen dortigen Machthabern: Tuareg-Rebellen und islamistischen Terroristen. „Die Russen haben uns in Kidal im Stich gelassen“, schimpfte Anfang der Woche ein malischer Beamter gegenüber dem französischen Auslandssender RFI. Der Gouverneur der Region habe die russischen Söldner „drei Tage vor dem Angriff gewarnt“, aber sie hätten keine Vorkehrungen getroffen.
Allerdings hatte auch die malische Armee rasch aufgegeben. Auf Fotos in den sozialen Medien sind Soldaten beim Abzug an der Seite der Russen zu sehen. 2012 schlossen die Tuareg ein Zweckbündnis mit den Islamisten Dem Fall von Kidal ist eine Anschlagsserie quer durch das Land am vergangenen Wochenende vorausgegangen.
Was Experten sagen
Die rebellischen Tuareg aus dem Norden, die Azawad-Befreiungsfront (FLA), und die Gruppe zur Unterstützung des Islams und der Muslime (JNIM), ein Ableger von Al-Qaida, hatten sich verbündet und die Anschläge genau koordiniert. Sie zielten auf verschiedene militärische Einrichtungen und die Residenzen von Regierungsmitgliedern ab. Der Verteidigungsminister, Sadio Camara, wurde durch die Detonation einer Autobombe in der Garnisonsstadt Kati getötet.
Unweigerlich erinnerten die Ereignisse an die erfolgreiche Tuareg-Rebellion im Jahr 2012. Separatisten der Volksgruppe kämpften schon damals für die Unabhängigkeit des Siedlungsgebiets Azawad, immer wieder kam es zu Aufständen. Doch 2012 hatten sie starke Unterstützung durch Tuareg-Kämpfer, die in Libyen Muammar al-Gaddafi unterstützt hatten und nach seinem Tod zurückgekehrt waren, kampferprobt und mit schweren Waffen.
Dieser Truppe konnte die malische Armee auch damals wenig entgegensetzen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





