
Reporter ohne Grenzen zum Pressefreiheit-Ranking: "Ein dramatischer Befund"
interview Reporter ohne Grenzen über Pressefreiheit "Ein dramatischer Befund" Stand: 03.05.2026 • 16:19 Uhr Dass Deutschland im Ranking der Pressefreiheit zurückgefallen ist, liege vor allem an Anfeindungen aus...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. interview Reporter ohne Grenzen über Pressefreiheit "Ein dramatischer Befund" Stand: 03. 2026 • 16:19 Uhr Dass Deutschland im Ranking der Pressefreiheit zurückgefallen ist, liege vor allem an Anfeindungen aus rechtsextremen Milieus, sagt Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen. Die Entwicklungen in den USA sollten eine Mahnung sein.
tagesschau24: Am Internationalen Tag der Pressefreiheit fällt Deutschland im Ranking weiter zurück. Als wie ernst bewerten Sie diese Entwicklung? Christian Mihr: Aus unserer Sicht ist das ein Befund dafür, wie aufgeheizt das Klima in Deutschland ist.
Die Einzelheiten
Schon im vergangenen Jahr ist ja Deutschland aus den Top Ten in unserer Rangliste der Pressefreiheit gefallen. Und dieses Jahr hat es sich erneut um drei Plätze verschlechtert. Das ist ein Ausdruck dessen, dass Journalistinnen und Journalisten, die über rechtsextreme Milieus, rechtsextreme Strukturen berichten, Anfeindungen erleben, bedroht werden - wenn sie investigativ oder über Kundgebungen und Demonstrationen berichten.
Und manchmal sehen wir auf mit Palästina solidarischen Demonstrationen, dass Journalistinnen und Journalisten angefeindet werden. Insgesamt ist das schon ein dramatischer Befund. 2026 Rangliste von Reporter ohne Grenzen Pressefreiheit weltweit unter Druck - auch in Deutschland Deutschland ist in der Rangliste der Pressefreiheit weiter abgerutscht, der Druck auf Medienschaffende gestiegen.
mehr "Kein ostdeutsches Phänomen" tagesschau24: Sie sprechen von einem aufgeheizten Klima, auch für Journalistinnen und Journalisten. Woran zeigt sich das konkret im Alltag? Mihr: Oft wird Gewalt gegen Journalisten ja als ein ostdeutsches Phänomen beschrieben.
Was Experten sagen
Wir sehen tatsächlich, dass gerade zum Beispiel Lokaljournalisten, die über rechtsextreme Machenschaften im Fränkischen, im Bayerischen oder auch in Nordrhein-Westfalen berichten, von rechtsextremen Gruppen bedroht werden. Ihre Familien werden bedroht, sie müssen regelmäßig umziehen. Nur deshalb, weil sie konkret und investigativ berichten.
Und noch viel schlimmer ist es natürlich, wenn man auf Kundgebungen ist. Dort werden Journalisten bespuckt, drangsaliert. Die Kameraausrüstung, wenn es Fotografen sind, wird oft zerstört.
Und ein letzter Punkt ist: Auch in manchen Redaktionen sehen wir, seit dem 7. Oktober, also dem Angriff der Hamas auf Israel und dem darauf folgenden Krieg Israels gegen Gaza, dass wir auch in der Berichterstattung darüber in deutschen Redaktionen einen verengten Meinungskorridor sehen. Und das ist auch etwas, das wir als einen Grund für die Verschlechterung Deutschlands sehen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





