
Rui Pinto und Football Leaks: Freispruch für den Whistleblower in Portugal
Football-Leaks-Whistleblower Freispruch für Rui Pinto Verstoß gegen Menschenrechtskonvention und juristische Grundprinzipien: Ein Gericht in Portugal hat einer Anklage gegen den Football-Leaks-Gründer eine Absage...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Football-Leaks-Whistleblower Freispruch für Rui Pinto Verstoß gegen Menschenrechtskonvention und juristische Grundprinzipien: Ein Gericht in Portugal hat einer Anklage gegen den Football-Leaks-Gründer eine Absage erteilt. Doch die Staatsanwaltschaft will nicht aufgeben. Von Christoph Winterbach 05.
07 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (5 Minuten) 5 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren image"> Bild vergrößern Rui Pinto Foto: Sebastien Calvet / Mediapart Die portugiesische Staatsanwaltschaft hat mit ihrer Anklage gegen den Whistleblower Rui Pinto dessen Menschenwürde verletzt.
Die Einzelheiten
Das hat das zuständige Gericht in Lissabon am vergangenen Mittwoch geurteilt. Demnach haben die Strafermittler zu Unrecht ihre Vorwürfe gegen den heute 37-Jährigen in mehrere verschiedene Verfahren aufgeteilt. Das Gericht verwarf die Anklage nun in einem einstimmigen Urteil als unzulässig.
Das Aufsplitten der Verfahren habe Pintos Status als Beschuldigter verlängert und sei »absolut willkürlich und widersprüchlich«, heißt es im Urteil, das das französische Investigativportal »Mediapart« mit dem SPIEGEL geteilt hat. Die Staatsanwaltschaft habe gegen die Europäische Menschenrechtskonvention und die portugiesische Verfassung verstoßen, weil sie Pintos Recht auf ein faires und zeitnahes Gerichtsverfahren verletzt und die Möglichkeit seiner Resozialisierung eingeschränkt habe. Zudem versuche die Behörde, den Whistleblower für das gleiche Vergehen mehrmals bestrafen zu lassen – ein Verstoß gegen den juristischen Grundsatz »non bis in idem«: Niemand dürfe wegen desselben Delikts mehr als einmal vor Gericht gestellt werden.
Das Gesicht hinter »Football Leaks« Rui Pinto ist das Gesicht hinter »Football Leaks« , einer Enthüllungsplattform, die vertrauliche Dokumente aus der Fußballbranche veröffentlicht hat. Der Whistleblower stellte Journalisten des SPIEGEL sowie Partnerredaktionen des Recherchenetzwerks European Investigative Collaborations (EIC) mehr als 70 Millionen Dokumente zur Verfügung. Darin fanden sich zahlreiche Hinweise auf Steuerhinterziehung, Korruption und Geldwäsche.
Was Experten sagen
Zudem offenbarte die Dokumentensammlung Vergewaltigungsvorwürfe gegen Superstar Cristiano Ronaldo. Die journalistischen Enthüllungen zogen Strafermittlungen und Prozesse in mehreren Ländern nach sich. Aufgrund von »Football Leaks«-Veröffentlichungen des SPIEGEL beschuldigte die Premier League den Club Manchester City massiver Regelverstöße.
Das daraus folgende Verfahren wird bereits als »Prozess des Jahrhunderts« bezeichnet. Trotz aller Verfahren, darunter auch ein Schuldspruch gegen Ronaldo wegen Steuerbetrugs: Im Gefängnis landete letztlich nur der Whistleblower Rui Pinto. Im September 2023 wurde Pinto zu einer vierjährigen Bewährungsstrafe verurteilt .
Die Strafermittler werfen ihm illegalen Zugang zu vertraulichen Daten und Bruch des Briefgeheimnisses vor. Das hat Pinto eingeräumt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





