
Satelliten und Drohnen fehlen: Europa braucht einen Kurs in moderner Selbstverteidigung
Satelliten und Drohnen fehlen : Europa braucht einen Kurs in moderner Selbstverteidigung Von Sven Astheimer 07.05.2026, 07:23Lesezeit: 4 Min. Chefsache Verteidigung: Bundeskanzler Friedrich Merz begutachtet Mini-Panzer...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Satelliten und Drohnen fehlen : Europa braucht einen Kurs in moderner Selbstverteidigung Von Sven Astheimer 07. 2026, 07:23Lesezeit: 4 Min. Chefsache Verteidigung: Bundeskanzler Friedrich Merz begutachtet Mini-Panzer des deutschen Startups ARX Robotics, die in der Ukraine zum Einsatz kommen.
dpaNamhafte Ökonomen und Investoren legen in einem schonungslosen Papier Lücken der europäischen Verteidigung bloß. Was kostet es, diese zu schließen? Das Resultat überrascht.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Dass Europa künftig deutlich mehr für seinen eigenen Schutz tun muss, ist spätestens seit der legendären Rede des amerikanischen Vize-Präsidenten JD Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2025 klar. Die Regierung von Präsident Donald Trump hat mehrfach betont, dass das bisherige Schutzversprechen einer neuen Lastenteilung weichen muss. Viele europäische NATO-Mitglieder haben seitdem ihre Verteidigungsausgaben signifikant erhöht.
Dennoch bestehen in Fachkreisen Zweifel, ob Europa trotz des vielen Geldes aus eigener Kraft bis zum Ende des Jahrzehnts eine wirkungsvolle Abschreckung gegen den möglichen Aggressor Russland aufbauen kann. Großkunde: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD)dpaIn diese Debatte stößt nun eine Gruppe von Fachleuten mit einem neuen Beitrag hinein. Die Autoren kritisieren, dass Europa trotz der zweithöchsten Verteidigungsausgaben auf der Welt über die gesamte militärische Wirkungskette strategisch abhängig von den USA bleibe.
Sie identifizieren die aus ihrer Sicht größten strategischen Fähigkeitslücken in Europa und Schlüsselprogramme zu deren Schließung. Die Kosten für diese Programme schätzen sie auf 150 bis 200 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 und rund eine halbe Billion Euro für die nächsten zehn Jahre. Das entspreche etwa einem Drittel des geplanten Anstiegs des europäischen Verteidigungsbudgets von jährlich 200 Milliarden Euro.
Was Experten sagen
Es handele sich nicht um Mehrkosten, sondern um eine Umlenkung der Mittel, heißt es in dem an diesem Donnerstag veröffentlichten Papier „Sparta2“. „Der Engpass ist weder Geld noch Technologie“, sagt Tom Enders, einer der fünf Autoren. „Es ist der politische Wille, europäisch zu agieren, Entscheidungen zu treffen und diese dann auch schnellstmöglich und pragmatisch umzusetzen“, so der langjährige Airbus-Chef.
Die Empfehlungen richten sich an die Regierungen der europäischen NATO-Staaten und an die EU-Instanzen. Die Autoren plädieren für eine Umsetzung über „belastbare Leitkoalitionen statt einer neuen europäischen Superstruktur“. Deutschland, Frankreich, Polen und Großbritannien sollen dabei koordinierende Schlüsselrollen einnehmen.
Nordeuropa, das Baltikum und die Niederlande sollen die maritime Autonomie vorantreiben.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





