
Service der Bahn: Warum Japans Züge keine Bordbistros brauchen
Service der Bahn : Warum Japans Züge keine Bordbistros brauchen Ein Kommentar von Patrick Welter 21.05.2026, 13:27Lesezeit: 3 Min. Schnell, schneller, ShinkansenPicture AllianceIst die Deutsche Bahn im Service „durchaus...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Service der Bahn : Warum Japans Züge keine Bordbistros brauchen Ein Kommentar von Patrick Welter 21. 2026, 13:27Lesezeit: 3 Min. Schnell, schneller, ShinkansenPicture AllianceIst die Deutsche Bahn im Service „durchaus besser“ als die japanischen Zuggesellschaften?
Das sagt Verkehrsminister Patrick Schnieder. Unser Autor, der mehr als zehn Jahre in Japan gelebt hat, kann da ganz anderes berichten. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Zu den Schwierigkeiten der Reformdebatte in Deutschland gehört ein gewisses Maß an Realitätsverweigerung.
Die Einzelheiten
Da klammert man sich an Kleinigkeiten, in denen Deutschland vielleicht nicht ganz so schlecht aussieht, und vernachlässigt das große Ganze. Man höre sich zum Beispiel Bundesverkehrsminister Patrick Schneider (CDU) an, der auf Erkundungstour in Japan die Qualität der dortigen Shinkansen-Schnellzüge prüfte. „Wir sind durchaus besser, was den Service betrifft, da müssen wir uns nicht verstecken“, sagte Schnieder der F.
während einer Fahrt im Shinkansen. Mehr als zehn Jahre hat der Autor dieser Zeilen als Korrespondent dieser Zeitung in Japan gelebt und dabei unzählige Fahrten und ungezählte Kilometer in den Shinkansen-Zügen zurückgelegt. Als Quintessenz aus all diesen Jahren bleibt: Schnieder liegt falsch.
Die Deutsche Bahn hängt, was Service oder Dienstleistungen angeht, Japan gleislang hinterher. Das beginnt damit, dass die wichtigste Dienstleistung einer Eisenbahngesellschaft ist, Passagiere pünktlich zum Ziel zu transportieren. Nie hat der Autor dieser Zeilen in all den Jahren in Japan eine Verspätung erlebt, die mehr als zehn Minuten betrug.
Was Experten sagen
In fast allen Fällen kamen die Züge mit einer Marge von zwei oder drei Minuten pünktlich an. Dass die Deutsche Bahn da aufholen muss, darüber ist Schnieder sich bewusst. Zum guten Service gehört viel mehr als PünktlichkeitEr bezieht sich mit dem Lob des deutschen Service darauf, dass in den hiesigen Schnellzügen – anders als in den Shinkansen-Zügen in Japan – ein Bordbistro vorhanden ist.
Doch in all den Jahren in Japan ist dem Autor und seinen japanischen Freunden das Fehlen des Bistros nie als Manko aufgefallen. Schnieders Einlassung zeugt von einem großen kulturellen Missverständnis. Jeder Japaner und jeder gut informierte Tourist weiß, dass man vor einer Fahrt mit dem Shinkansen am Bahnhof Getränke und Essen für die Reise kauft.
Üblicherweise gibt es dort eine große Zahl privater Anbieter, die leckere Bentoboxen feilbieten, kleine bis große Schachteln, gefüllt mit mehreren unterschiedlichen Speisen, täglich frisch zubereitet, in allen Geschmacksrichtungen, mit Fisch oder Fleisch, Gemüse und/oder Reis, variantenreich mit lokalen und jahreszeittypischen Spezialitäten. Vor allem an den großen Bahnhöfen ist die Auswahl überwältigend. Japaner lieben ihr EkibenSo beliebt sind diese Speisen, dass die Japaner dafür sogar ein eigenes Wort haben: Ekiben, die Kombination von Bahnhof und Bento.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




