
Spikes unter Verdacht: Warum eine ehemalige Sprinterin Puma und Mercedes verklagt
Spikes unter Verdacht : Warum eine ehemalige Sprinterin Puma und Mercedes verklagt Von Jürgen Kalwa, New York 03.05.2026, 14:10 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Ausgebremst: Abby Steiner (hier 2022) fordert...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Spikes unter Verdacht : Warum eine ehemalige Sprinterin Puma und Mercedes verklagt Von Jürgen Kalwa, New York 03. 2026, 14:10 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Ausgebremst: Abby Steiner (hier 2022) fordert Schadenersatz.
picture alliance / Newscom Nach zwei Goldmedaillen bei der WM 2022 bremsen Verletzungen die Karriere von Abby Steiner. Waren dafür ihre Carbon-Spikes verantwortlich? Die Amerikanerin fordert nun Schadenersatz.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Für Abby Steiner war Sport jahrelang das Ticket für ein besseres Leben. Sie brachte als junges Mädchen herausragende körperliche Voraussetzungen mit, um nicht nur in einem Bereich überdurchschnittliche Leistungen abzuliefern. Sie war nicht nur eine der schnellsten Sprinterinnen in den Vereinigten Staaten, sondern zeigte parallel als Fußballspielerin ebenfalls enormes Potential.
Deshalb erhielt sie von der University of Kentucky ein Stipendium und trat in beiden Sportarten an. Das war möglich, weil der Saisonkalender im amerikanischen Collegesport genügend Platz lässt, um beides intensiv zu betreiben. Bekannt wurde sie allerdings in der Leichtathletik, nachdem sie bei der Weltmeisterschaft 2022 in Eugene mit dem US-Team Gold sowohl in der 4×100-Meter- als auch in der 4×400-Meter-Staffel gewann.
Nun macht sie in einem weiteren Bereich von sich reden: Ihre Anwälte im Bostoner Vorort Woburn reichten eine Schadenersatzklage gegen die Herzogenauracher Schuhfirma Puma und das Mercedes-Formel-1-Team ein. Ein Schritt, der ein Licht auf eine Verletzungsserie wirft, die ihre Hoffnungen auf weitere Erfolge bei den Olympischen Spielen in Paris zunichte gemacht hatte. 2024, so hatte sie damals auf Instagram geschrieben, sei sie „oft vor und nach dem Training herumgehumpelt“ und habe „nur dank meiner eisernen Willenskraft durchgehalten, um mir einen Lebenstraum zu erfüllen“.
Was Experten sagen
2025 folgte eine Reihe von Operationen. Wussten die Firmen von den Risiken? Die Schuld für das Dilemma, so die Klageschrift, trugen ihre Laufschuhe der Firma Puma, die die Sechsundzwanzigjährige seit ihrer Zeit an der Universität getragen hatte.
„Superspikes“ mit dem sogenannten Wipp-Effekt, den die stark geschwungenen Karbonfasersohlen erzeugen und der bei der Abrollbewegung von Ferse und Mittelfuß auf die Zehenspitzen einen messbaren Tempogewinn ermöglicht. In der jahrelangen Entwicklung ihrer Version dieses Schuhs hatte der Sportausrüster das in England domizilierte Formel-1-Team von Mercedes zurate gezogen, das unter dem Namen Mercedes-Benz Grand Prix Ltd. Der Kernvorwurf: Beide Firmen hätten gewusst oder zumindest wissen müssen, dass diese Schuhe die Bewegungsabläufe von Athleten so stark verändern, dass Knochen und Gelenke leiden.
Ein Fall von Produkthaftung, der umso schwerer wiegt, da Steiner vorzeitig ihre Karriere beenden musste, wie ihre Anwälte formulierten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





