
Starbucks in Südkorea ruft »Panzertag« aus – an Gedenktag von Militärverbrechen
Geschäftsführer gefeuert Starbucks in Südkorea ruft »Panzertag« aus – an Gedenktag von Militärverbrechen Anfang der Achtzigerjahre ließ die südkoreanische Militärdiktatur Studierendenproteste niederschlagen. Hunderte...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Geschäftsführer gefeuert Starbucks in Südkorea ruft »Panzertag« aus – an Gedenktag von Militärverbrechen Anfang der Achtzigerjahre ließ die südkoreanische Militärdiktatur Studierendenproteste niederschlagen. Hunderte sollen gestorben sein. Ausgerechnet diesen Jahrestag beging Starbucks mit einem verunglückten Wortspiel.
06 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Audio steht in Kürze zur Verfügung In Kürze bereit X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Starbucks-Café in Seoul Foto: Kim Hong-Ji / Der Geschäftsführer von Starbucks in Südkorea ist entlassen worden.
Die Einzelheiten
Hintergrund ist eine verunglückte Werbekampagne der Kaffeekette, nur Stunden nach ihrem Start verkündete die Shinsegae Group die Entlassung von Sohn Jeong-hyun. Am Montag bewarb Starbucks in Südkorea eine Serie von Bechern, die den Namen »Tank« tragen, englisch für »Panzer«. Das Problem: Am ausgerufenen »Tank Day« wird in Südkorea offiziell der Tag der demokratischen Bewegung begangen.
Anlass ist der von Studierenden angeführte Bürgeraufstand von Gwangju Anfang der Achtzigerjahre. Nur Wochen nach dem Putsch entsandte die Militärdiktatur damals Truppen und Panzer, um die Proteste niederzuschlagen. Das Militär tötete am 18.
Mai 1980 viele Menschen, Berichten zufolge soll es Hunderte Todesopfer gegeben haben. Der damalige Diktator, Chun Doo-hwan, war bis 1988 an der Macht. Ein Gericht verhängte später die Todesstrafe gegen ihn, er wird auch als »Schlächter von Gwangju« bezeichnet.
Was Experten sagen
Das Urteil wurde jedoch zunächst zu lebenslanger Haft abgeschwächt, 1997 begnadigte ihn dann der damalige Präsident Kim Young-sam. 2021 starb Chun, der eine höchst umstrittene Figur blieb. Das Trauma von Gwangju prägt die südkoreanische Gesellschaft bis heute.
Deswegen sahen viele Menschen in der Werbekampagne von Starbucks eine Replik auf die damaligen Militärverbrechen. Das bemerkte offenbar auch die Konzernspitze und stoppte die Werbung nur Stunden nach ihrem Start. Denn längst hatte die Empörungswelle die höchsten Ebenen erreicht: Die Kampagne beleidige die Opfer und den blutigen Freiheitskampf der Einwohner von Gwangju, schreibt Präsident Lee Jae-myung bei X .
»Was um alles in der Welt haben sie sich dabei gedacht, wo sie doch wissen, wie viele Menschen an jenem Tag ihr Leben verloren? « Mehr zum Thema Helden einer Nacht: Wie Menschen auf der Straße den Staatsstreich in Südkorea stoppten Aus Seoul und Hamburg berichten Christoph Giesen und Katharina Graça Peters Die Shinsegae Group, die die Starbucks-Lizenz für Südkorea hält, entschuldigte sich für »unangebrachtes Marketing« und machte offenbar den Chef persönlich dafür verantwortlich. Sogar der Konzern in den USA räumte ein, dass der Vorfall, wenn auch unbeabsichtigt, niemals hätte passieren dürfen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





