
Strommarkt spielt verrückt: Minus 499 Euro je Megawattstunde Strom
Strommarkt spielt verrückt : Minus 499 Euro je Megawattstunde Strom Von Nadine Bös , Hanna Decker 04.05.2026, 10:49 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Viel Solarstrom hat den Energiepreis ins bodenlose sinken...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Strommarkt spielt verrückt : Minus 499 Euro je Megawattstunde Strom Von Nadine Bös , Hanna Decker 04. 2026, 10:49 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Viel Solarstrom hat den Energiepreis ins bodenlose sinken lassen.
dpa Weil viel mehr Strom erzeugt als verbraucht wurde, ist der Strompreis stark negativ geworden. Ein Energieökonom ruft dazu auf, Solaranlagen abzuschalten. Wie können solche Situationen verhindert werden?
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App An diesem Wochenende spielte der Strommarkt wieder einmal verrückt. Mai schien in weiten Teilen Deutschlands die Sonne, und Solarstrom flutete das System. Weil an Feiertagen zudem traditionell weniger Strom verbraucht wird als an anderen Wochentagen, sanken die Preise ins Bodenlose.
Für minus 499 Euro je Megawattstunde wurde Strom am Day-Ahead-Markt gehandelt – weniger geht nicht, weil dies die nach unten definierte Preisgrenze ist. Zwischen zehn und 17 Uhr war der Strompreis durchgängig negativ. Das heißt: Stromerzeuger mussten für ihren produzierten Strom zahlen oder ihre Kraftwerke herunterfahren.
Zugleich konnten Haushalte und Betriebe mit dynamischen Tarifen von der Situation profitieren – sie wurden für ihren Verbrauch bezahlt. Es war aber auch ein Tag, der das deutsche Stromsystem an seine Grenzen brachte. Energieökonom Lion Hirth von der Berliner Hertie School rief Besitzer von Solaranlagen gar dazu auf, diese vorsorglich abzuschalten, um zur Versorgungssicherheit beizutragen.
Was Experten sagen
Schon am Sonntag zuvor war eine sehr ähnliche Situation aufgetreten. „Wenn der Day-Ahead-Preis auf minus 480 Euro je Megawattstunde fällt, sagt uns der Markt: Es wird verdammt schwierig, das Gleichgewicht aus Angebot und Nachfrage zu halten“, schrieb Hirth damals. „Tage wie dieser sind eine Erinnerung, wie bitter es ist, dass wir das Stromsystem in den letzten 15 Jahren trotz aller Diskussion, Studien und Vorschläge nicht flexibler gemacht haben.
“ Großer Reformprozess der Netzagentur Ein Element, welches das System aus Sicht von Hirth und vieler anderer Fachleute flexibler machen soll, sind dynamische Netzentgelte. Derzeit zahlen private Haushalte und kleinere Betriebe zur Finanzierung der Netzkosten in der Regel einen fixen Betrag je verbrauchter Kilowattstunde – unabhängig davon, wann sie den Strom verbrauchen. Mit dynamischen Netzentgelten würde sich das ändern.
Ziel ist es, die aktuelle Situation im Netz besser widerzuspiegeln. In Zeiten, in denen viel Strom ins Netz eingespeist wird, wie an jenem Sonntag, wäre dann vorstellbar, dass Netzbetreiber niedrigere oder sogar negative Netzentgelte erheben, um einen höheren Stromverbrauch anzureizen. In Zeiten mit wenig Einspeisung und viel Verbrauch könnten die Netzentgelte dann hingegen deutlich höher ausfallen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





