
Sven Nordqvist zum 80.: Ein Meister der Idylle, die keine ist
Sven Nordqvist zum 80. : Ein Meister der Idylle, die keine ist Von Jürgen Kaube 30.04.2026, 08:01 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Sven Nordqvist Ende März in Stockholm Picture Alliance Oft gibt es Ärger,...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Sven Nordqvist zum 80. : Ein Meister der Idylle, die keine ist Von Jürgen Kaube 30. 2026, 08:01 Lesezeit: 3 Min.
Bildbeschreibung ausklappen Sven Nordqvist Ende März in Stockholm Picture Alliance Oft gibt es Ärger, immer ist zu viel los, stets gibt es bei ihm etwas zu entdecken: zum Achtzigsten des Bilderbuchkünstlers Sven Nordqvist, Schöpfer von „Petterson und Findus“ und „Mama Muh“. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Sven Nordqvist hat sein ganzes Leben lang gezeichnet. Natürlich schon als Kind.
Die Einzelheiten
Danach übte er sich an den Figuren Gustave Dorés und an Zeichnern der Zeitschrift „MAD“ wie Al Feldstein und Don Martin. Das versorgte ihn, zusätzlich zum Gefühl für verdrehte Körper, krasse Gesten und wilde Blicke, mit schwarzem, oder besser: getuschtem Humor. Als ihn schwedische Kunsthochschulen abwiesen, belegte er neben dem Studium der Architektur in Lund amerikanische Fernkurse.
Er illustrierte Schulbücher, zeichnete Reklame für Windeln, gestaltete Buchumschläge, politische Plakate, Weihnachtskarten und Küchenposter. Zehn Jahre lang fertigte er mittels Kupferstich, Radierung und Linolschnitt grafische Werke an. Erst dann, mit Mitte dreißig, fand Nordqvist zum Bilderbuch und blieb dabei.
Mit „Antons Reise durch das Alphabet“ begann 1982 die des Autors durch die Wimmelwelten der sich zahllosen Details hingebenden Phantasie. Seine Bilder sind stets angefüllt mit komischen Menschen und Maschinen, lustigem Mobiliar, kleinen Wesen und Pilzen, Bildern in Bildern und jeder Menge Geschirr. Überall lugt noch etwas hervor, kaum eine Stelle im Bild, die nicht angefüllt wäre, jeder Platz wird von irgendetwas oder jemandem beansprucht.
Was Experten sagen
Am Weihnachtsbaum hängen Fieberthermometer, kindgemäß findet vor allem auf dem Boden viel statt. „Sag ihm, er soll eine Suppe aus sich machen“ Durch diese Wohnungen und Landschaften bewegen sich seine kuriosen Figuren. Von 1984 an, mit Nordqvists zweitem Kinderbuch „Eine Geburtstagstorte für die Katze“, waren es Petterson und Findus.
Die Geschichten des mürrischen Alten mit dem frechen Kater, der Gemüse nicht mag und deshalb Köttbullar anpflanzt, haben ihn berühmt gemacht. Der Kater ist das Kind, der Junggeselle versucht ihm gegenüber, seine Alltagsordnung zu erhalten. So gehen sie einander in einer schwedischen Landidylle mit Holzhaus, Hühnerstall und Tischlerschuppen bei stets heiter-melancholischem Ausgang ein bisschen auf die Nerven.
Die Idylle ist nämlich keine. Es ist viel zu viel los dafür. Alle Geschichten handeln davon, wie Ärger aufkommt und sich durch Freundschaft auflöst.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





