
Syrien-Pavillon in Venedig: Auftragsarbeiten für Diktatoren
Syrien-Pavillon in Venedig : Auftragsarbeiten für Diktatoren Von Ronya Othmann 03.05.2026, 10:05 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Die syrische Künstlerin Sara Shamma Picture Alliance Ihre Porträts hingen im...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Syrien-Pavillon in Venedig : Auftragsarbeiten für Diktatoren Von Ronya Othmann 03. 2026, 10:05 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Die syrische Künstlerin Sara Shamma Picture Alliance Ihre Porträts hingen im Büro von Assads Ehefrau: Die Künstlerin Sara Shamma wird den ersten Biennale-Pavillon Syriens seit dem Sturz des Langzeitdiktators bespielen.
Bleibt also alles beim Alten? Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Sara Shamma, die den ersten Biennale-Pavillon Syriens seit dem Sturz des Langzeitdiktators Assad bespielen soll, ist weder in Syrien noch im Ausland eine Unbekannte. Shamma, 1975 in Damaskus geboren, studierte Kunst, stellte aus, auch international, gewann Preise, wurde Mitglied in Jurys, unterrichtete.
Die Einzelheiten
2011, in dem Jahr, als die Menschen in Syrien gegen das Regime auf die Straße gingen, malte sie ein Porträt Asma al-Assads, eine Auftragsarbeit, die fortan im Büro der Diktatorengattin hing. Das Regime ging mit äußerster Brutalität gegen die Demonstranten vor. Zehntausende verschwanden in den Foltergefängnissen.
Das Regime zerbombte ganze Städte. Viele Künstler verließen Syrien. Shamma blieb bis 2014, zog dann nach Libanon und 2016 nach London, ohne jedoch ihr Atelier in Damaskus aufzugeben.
--> Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Eine exilierte Künstlerin, wie es in westlichen Medien manchmal hieß, war Shamma nicht. Sie kehrte regelmäßig zurück, ihr Mann war in Syrien weiter als Unternehmer tätig.
Was Experten sagen
Shamma stellte aus, nahm an Veranstaltungen teil. 2021 wurde sie vom syrischen Kulturministerium im Opernhaus in Damaskus geehrt. Sie teilte auf Facebook ein Video von der Zeremonie, schrieb „Danke Syrien“ und verlinkte das Kulturministerium – ein Assad-Ministerium im Assad-Syrien.
Die Kulturministerin Lubanah Mshaweh war zu diesem Zeitpunkt persönlich mit international sanktioniert. Schon wieder Palmyra Im November 2024 eröffnete sie ihre Retrospektive „Echoes of 12 years“ im Nationalmuseum Damaskus. Anwesend war wieder Mshaweh, ihre ebenfalls sanktionierte Nachfolgerin, der sanktionierte Elektrizitätsminister und eine Reihe weiterer honoriger Persönlichkeiten.
Fotos zeigen Shamma mit einem Glas Wein, strahlend die Hand der Ministerin ergreifend, dazu ein Streicher-Trio. Zwei Wochen später ist Assad Geschichte. Der neue, selbst ernannte syrische Präsident ist ein Islamist; er schloss sich einst Al-Qaida an, kommandierte Al-Nusra, dann HTS und ist für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





