
Tradwives und Landfrauen: „Ich kann auch in Latzhose Marmelade einkochen“
Tradwives und Landfrauen : „Ich kann auch in Latzhose Marmelade einkochen“ Von Livia Gerster 12.07.2026, 18:20Lesezeit: 7 Min. Kirschmarmelade auf den ersten Blick, eine neue Weltordnung auf den zweitenFotos...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Tradwives und Landfrauen : „Ich kann auch in Latzhose Marmelade einkochen“ Von Livia Gerster 12. 2026, 18:20Lesezeit: 7 Min. Kirschmarmelade auf den ersten Blick, eine neue Weltordnung auf den zweitenFotos iStock/Illustration Nina SimonBacken, Kochen, Kühe melken: Tradwives inszenieren ein ursprüngliches Leben zwischen Kindern und Kühen.
Echte Landfrauen finden das ziemlich weltfremd. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Noch vor ein paar Jahren hoffte ich, dass sich das Thema von selbst erledigt. Irgendwann gegen Ende der Pandemie tauchten im Netz plötzlich Hausfrauen auf, die in karierten Schürzen Butter schlugen oder mit Baby auf dem Arm Wäsche aufhängten.
Die Einzelheiten
Optisch war alles drin: Von Retro-Sexyness der Fünfzigerjahre über die wallende Naturfaserweiblichkeit des 19. Jahrhunderts bis hin zur Mutterkreuzästhetik der Nazis. Interessant daran war vor allem, dass die Tradwives ausgerechnet mit den Mitteln der Moderne die Moderne schlagen wollten: Influencerinnen, die ein vordigitales Leben predigen.
Apfelkuchenrezepte auf den ersten Blick, eine neue alte Weltordnung auf den zweiten. Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Ich schrieb kurz darüber und wandte mich wieder anderem zu.
Dann wurde ich selbst Mutter und war mit völlig neuen Fragen konfrontiert: Ist es normal, dass ein Neugeborenes nachts schnarcht und schmatzt wie ein Walross? Wie viele Mütter meiner Generation fand ich Antworten auf Instagram – und bekam bald auch wieder Tradwife-Videos in die Timeline gespült, diesmal gegen meinen Willen. Der Algorithmus war offenbar darauf trainiert, Millennial-Mütter im Wochenbett mit reaktionärem Content zu überhäufen.
Was Experten sagen
Ich merkte: Der Tradwife-Trend lebt mehr denn je. Natürlich kündigen junge Mütter nicht reihenweise ihre Jobs. Aber sie folgen reihenweise Tradwife-Accounts – weil die eine essenzielle Frage aufwerfen.
Manchen tun die schönen Bilder gut, sie sehnen sich nach einem entschleunigten Leben. Andere sind verstört und können gerade deshalb nicht wegschauen. Ofen, Holztisch, Schürze, Kochen: Screenshot vom Instagram-Account von „Ballerinafarm“ „Tradwives sind universal präsent geworden“, sagt die Journalistin und Schriftstellerin Hannah Lühmann, die 2024 den Roman „Heimat“ veröffentlicht hat – über die schleichende Radikalisierung einer jungen Mutter zur Tradwife.
Sie spricht von einer „globalen weiblichen Bewegung“. Nicht in den Statistiken weiblicher Erwerbstätigkeit. Aber als Gespenst in unseren Köpfen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





