
Trend zur Urne: Wenn die letzte Ruhestätte aus Papier gefertigt ist
Trend zur Urne : Wenn die letzte Ruhestätte aus Papier gefertigt ist Von Peter-Philipp Schmitt 03.05.2026, 19:31 Lesezeit: 2 Min. Bildbeschreibung ausklappen Biologisch abbaubar: Donata Oppermann fertigt Urnen aus...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Trend zur Urne : Wenn die letzte Ruhestätte aus Papier gefertigt ist Von Peter-Philipp Schmitt 03. 2026, 19:31 Lesezeit: 2 Min. Bildbeschreibung ausklappen Biologisch abbaubar: Donata Oppermann fertigt Urnen aus gesponnenem Zeitungspapier.
Donata Oppermann Immer weniger Menschen lassen sich in einem Sarg bestatten. Das letzte Gefäß, das für einen Menschen Bedeutung hat, ist nun unbestreitbar die Urne. Eine Künstlerin aus der Oberpfalz stellt diese aus ungewöhnlichem Material her: Papier.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Jahrhundertelang gab es in Deutschland eine fest verankerte Pflicht: Ein Verstorbener muss auf einem Friedhof beigesetzt werden. Da waren die deutschen Bestattungsgesetze nahezu einheitlich, egal ob jemand klassisch in einem Sarg erdbestattet oder später auch in einer Feuerbestattung eingeäschert wurde. Da jedes Bundesland seine eigenen Gesetze hat, gab es allerdings schon einige Ausnahmen von der Pflicht, was auch einer sich ändernden Bestattungskultur geschuldet war.
Im November 2001 öffnete bei Kassel etwa der Friedwald Reinhardswald als erster Bestattungswald Deutschlands, es war ein Pilotprojekt für Naturbestattungen. Inzwischen lassen sich immer weniger Menschen noch klassisch kirchlich in einem Sarg auf einem Friedhof bestatten. 2022 fiel der Anteil erstmals unter die 50-Prozent-Marke.
Jeder Zweite in Deutschland kann sich schon eine Baumbestattung vorstellen, mehr als 100 Bestattungswälder gibt es mittlerweile, sehr zum Verdruss der Kirchen, die es beklagen, dass Trauer zunehmend privatisiert werde und die Toten und ihre herkömmlichen Bestattungsorte zunehmend nicht mehr sichtbar seien. Die Urne wird zum Designobjekt Im Herbst ging Rheinland-Pfalz noch einen drastischen Schritt weiter: Ein neues Bestattungsgesetz ermöglicht nun den Hinterbliebenen, die Asche des Toten im eigenen Garten zu verstreuen, aus ihr einen synthetischen Diamanten anzufertigen oder sich die Asche in einer Urne zu Hause ins Regal zu stellen. Der Sarg (in Rheinland-Pfalz reicht für die Bestattung auch nur ein Tuch) hat ausgedient.
Was Experten sagen
Das letzte Gefäß, das für einen Menschen Bedeutung hat, ist nun unbestreitbar die Urne. Und da sie nicht mehr nur in der Erde oder im Meer versenkt wird, rückt sie zunehmend ins Blickfeld von Künstlern und Designern. Holz, Stein, Metall sind die Materialien der ersten Wahl, wenn es um etwas Bleibendes geht, in dem die Überreste eines geliebten Menschen im trauten Umfeld überdauern sollen.
Donata Oppermann hingegen bleibt ihrem angestammten Werkstoff treu: dem Papier. Aus ihm formt die Künstlerin aus der Oberpfalz schon seit vielen Jahren dreidimensionale Objekte und Rauminstallationen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





