
Tunesien: Die Auslandspresse muss draußen bleiben
Pressefreiheit Wie sich Tunesien der Weltöffentlichkeit verschließt Stand: 03.05.2026 • 04:59 Uhr Tunesien ist in der Rangliste der Pressefreiheit in nur vier Jahren um 43 Plätze abgerutscht. Für lokale Journalisten...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Pressefreiheit Wie sich Tunesien der Weltöffentlichkeit verschließt Stand: 03. 2026 • 04:59 Uhr Tunesien ist in der Rangliste der Pressefreiheit in nur vier Jahren um 43 Plätze abgerutscht. Für lokale Journalisten sind die Spielräume der freien Presse drastisch eingeschränkt worden.
Journalisten aus dem Ausland dürfen nicht mehr einreisen. Von Stefan Ehlert , ARD Rabat Erst vor wenigen Tagen gab es mal wieder eine Kundgebung für inhaftierte Journalisten in Tunesien. Drei waren es zu dem Zeitpunkt, die im Gefängnis saßen, aber es könnten jederzeit mehr werden, warnt Zied Dabbar vom Verband tunesischer Journalisten: "Heute müssen alle Journalisten Angst vor juristischer Verfolgung haben.
Die Einzelheiten
Die Presse kann belangt werden, weil es eine freiheitsfeindliche Gesetzgebung gibt. " Seit der Machtübernahme durch Tunesiens Staatschef Kais Saied vor knapp fünf Jahren werden die Medien zunehmend von den Behörden drangsaliert - zunächst die staatlichen Medien, dann private Zeitungen und Radiostationen. 2025 Nach arabischem Frühling Tunesiens Rückfall in die Autokratie 15 Jahre nach dem arabischen Frühling ist in Tunesien nichts vom damaligen Aufbruchsgefühl geblieben.
mehr Selbstzensur aus Angst Strafrecht, Anti-Terrorgesetzgebung und Mediengesetze wirkten dabei Hand in Hand, sagt Christopher Resch, zuständiger Referent der Organisation Reporter ohne Grenzen. Das sei noch keine Diktatur wie in Eritrea oder Nordkorea, die auf der Rangliste ganz hinten stehen. "Aber die Schlinge zieht sich schon zu.
Und das beobachten wir weltweit, dass die Mittel subtiler werden. Man kann die Journalisten natürlich immer noch einsperren oder umbringen, aber das braucht man gar nicht mehr. Das geht viel subtiler mit Gesetzen, die dazu führen, dass sich die Journalisten selbst zensieren, einfach weil sie Angst haben", so Resch.
Was Experten sagen
Platz 137 von 180 in Rangliste der Pressefreiheit In nur vier Jahren ist Tunesien auf der Rangliste der Pressefreiheit um 43 Plätze abgerutscht und steht heute auf Platz 137 von 180 verglichenen Ländern. Christopher Resch kann sich an kein vergleichbares Beispiel für einen solchen Absturz erinnern. Zur Knebelung der Presse in Tunesien gehört auch, dass in diesem Jahr Journalistinnen und Journalisten Pressekarten und Drehgenehmigungen bislang versagt wurden.
2026 Rangliste von Reporter ohne Grenzen Pressefreiheit weltweit unter Druck - auch in Deutschland Deutschland ist in der Rangliste der Pressefreiheit weiter abgerutscht, der Druck auf Medienschaffende gestiegen. mehr Pressekarte ist Voraussetzung für Aufenthaltsgenehmigung Dadurch sieht die freie Korrespondentin Marilyne Dumas ihre Existenz bedroht. Sie lebt seit zehn Jahren in Tunesien, aber in diesem Jahr hat sie ihre Pressekarte und damit auch ihre Arbeitsgenehmigung noch nicht erhalten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





