
Umgang mit Rechenzentren: Den Bürgern ein paar Nummern zu groß
Umgang mit Rechenzentren : Den Bürgern ein paar Nummern zu groß Von Inga Janović 13.05.2026, 15:46Lesezeit: 7 Min. Zweierlei Maß: Ein Rechenzentrum von Vantage Data Centers in Raunheim ragt vor den Einfamilienhäusern...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Umgang mit Rechenzentren : Den Bürgern ein paar Nummern zu groß Von Inga Janović 13. 2026, 15:46Lesezeit: 7 Min. Zweierlei Maß: Ein Rechenzentrum von Vantage Data Centers in Raunheim ragt vor den Einfamilienhäusern als schmucklose Wand auf.
Maximilian von LachnerWährend die Bundespolitik den Bau von Rechenzentren beschleunigen will, wird es den Bürgern zu viel. Im Rhein-Main-Gebiet bringen ihre Proteste nun das zweite Milliardenprojekt ins Wanken. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Daten gelten als das neue Gold, sie im eigenen Land zu halten und zu verarbeiten, gilt als Wirtschaftspolitik für morgen.
Die Einzelheiten
In diesem Sinne hat sich die Bundesregierung ein Ziel gesetzt: „Bis 2030 wollen wir unsere Rechenzentrumskapazitäten mindestens verdoppeln“, erklärte Bundesdigitalminister Carsten Wildberger (CDU) bei der Vorstellung einer entsprechenden Strategie im März. Er versprach der Branche „genügend Flächen, bezahlbaren, sicheren Strom und schnelle Genehmigungen“. Dafür haben Investoren und Betreiber jahrelang geworben.
Doch ausgerechnet jetzt, da sie die Bundespolitik hinter sich haben, springen die Bürger ab: Im Rhein-Main-Gebiet, dem mit Abstand wichtigsten Standort für die Gebäude zur Datenverarbeitung, droht nun schon das zweite große Datacenterprojekt an der Abwehr von Anwohnern und Lokalpolitikern zu scheitern. In Groß-Gerau haben die Stadtverordneten beschlossen, auf die 2,5 Milliarden Euro zu verzichten, die das amerikanische Betreiberunternehmen Vantage Data Centers in der Kleinstadt investieren wollte. In Maintal im Main-Kinzig-Kreis heißt es neuerdings, dass sich der Betreiber Edgeconnex zurückziehe, nachdem von Bürgern angestellte Berechnungen zu Stromverbrauch, CO₂-Ausstoß und Lärmbelastung die Stimmung in der Stadt auf Abwehr gedreht haben.
Auch in Maintal war von einer Milliarde Euro Investition die Rede. Die Gründe für die Ablehnung sind vielfältig, aber der Trend ist klar: Gerade im Rhein-Main-Gebiet sinkt die Bereitschaft, fußballfeldgroße Grundstücke für gekühlte Serverhallen herzugeben, in denen Geräte statt Menschen arbeiten und deren Energie- und Wasserverbrauch um ein Vielfaches höher ist als jener der gesamten Stadt. Die Diskussionen erinnern an das Entstehen vieler Windparks in Deutschland: Jeder versichert, wie notwendig sie seien.
Auf der eigenen Gemarkung jedoch spricht immer mehr gegen ihren Bau als dafür. Entfernung kontra EchtzeitAuch bei den Rechenzentren wissen alle, dass ohne sie kein Smartphone chattet und kein Netflix-Abo Filme zeigt, dass niemand im Homeoffice arbeitet, die Industrie ihre Maschinen nicht mehr steuern kann, die Finanzinstitute keine Geschäfte machen können. Datacenter sind die physische Seite von Internet, Cloud und Künstlicher Intelligenz, die Infrastruktur der Digitalisierung.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





