
US-Aussagen zum Irankrieg: Wenn jeder etwas anderes sagt
US-Aussagen zum Irankrieg : Wenn jeder etwas anderes sagt Von Sofia Dreisbach , Michaela Wiegel 06.05.2026, 17:07Lesezeit: 4 Min. Marco Rubio am Dienstag in WashingtonAPDie amerikanische Regierung ändert ihre Lesart des...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. US-Aussagen zum Irankrieg : Wenn jeder etwas anderes sagt Von Sofia Dreisbach , Michaela Wiegel 06. 2026, 17:07Lesezeit: 4 Min. Marco Rubio am Dienstag in WashingtonAPDie amerikanische Regierung ändert ihre Lesart des Irankriegs beinahe minütlich.
Manchmal kassiert der Präsident ein, was der Außenminister gerade erst gesagt hat. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Wer dem amerikanischen Vorgehen im Irankrieg folgen will, muss die Nachrichten aufmerksam verfolgen. Was gerade noch als Strategie bekannt gegeben wurde, kann nach wenigen Stunden schon wieder hinfällig sein.
Die Einzelheiten
So gab Marco Rubio vor Journalisten am Dienstagnachmittag hehre Ziele aus. Mit dem amerikanischen „Project Freedom“ wolle man 23. 000 Zivilisten retten, die im Persischen Golf „gefangen“ und vom iranischen Regime „dem Tod überlassen“ worden seien – damit meinte er die Seeleute auf den im Golf liegenden Schiffen.
Das Eskortieren der Handelsschiffe durch die Straße von Hormus sei eine Defensivoperation, hob der Außenminister hervor. Aber man werde nicht zulassen, dass unbeteiligte Dritte von Iran als „Geiseln“ gehalten würden. Keine vier Stunden später war es Trump selbst, der Rubios Aussagen für hinfällig erklärte.
Das „Projekt Freiheit“ werde „für kurze Zeit ausgesetzt“, schrieb er am Dienstagabend auf seiner Plattform Truth Social. Der Präsident nannte drei Gründe: Das geschehe auf Bitten Pakistans und anderer Länder, wegen des „enormen militärischen Erfolgs“, den man gegen Iran erzielt habe, und weil man „große Fortschritte“ bei einem Friedensabkommen mit Teheran mache. Angriff auf ein französisches SchiffDas Nachrichtenmagazin Axios berichtete am Mittwoch unter Berufung auf amerikanische Beamte, im Weißen Haus rechne man mit einer baldigen Einigung auf eine Absichtserklärung, die den Krieg beende und einen Rahmen für detaillierte Atomverhandlungen schaffe.
Was Experten sagen
Demnach ist vorgesehen, dass Iran sich dazu bereitfindet, die Urananreicherung auszusetzen, Washington seine Sanktionen aufgibt und beide Seiten ihre Blockaden in der Straße von Hormus aufheben. Sollte es so kommen, wäre das ein großer Erfolg, für den sich Zurückhaltung mit dem „Projekt Freiheit“ lohnte. Doch der kommunikative Eiertanz, den die amerikanische Regierung angesichts des Irankriegs seit Wochen aufführt, wird immer skurriler.
Der Dienstag hatte damit begonnen, dass Generalstabschef Dan Caine in einer Pressekonferenz darlegte, warum mehr als zehn Vorfälle zwischen dem iranischen und dem amerikanischen Militär während des Geleits von Handelsschiffen zu Beginn der Woche keine Verletzung der Waffenruhe darstellten. Die Angriffe blieben „unterhalb der Schwelle zur Wiederaufnahme von Kampfhandlungen“, so Caine. Sollte heißen: Trump hat wenig Interesse daran, die aktiven Kampfhandlungen in dem bei Amerikanern unbeliebten Krieg wieder aufzunehmen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





