
Verteidigungsausgaben: Warum Spanien skeptisch auf Deutschlands Aufrüstung blickt
Verteidigungsausgaben : Warum Spanien skeptisch auf Deutschlands Aufrüstung blickt Von Hans-Christian Rößler, Madrid 11.05.2026, 12:16Lesezeit: 4 Min. Bundeskanzler Friedrich Merz und Spaniens Ministerpräsident Pedro...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Verteidigungsausgaben : Warum Spanien skeptisch auf Deutschlands Aufrüstung blickt Von Hans-Christian Rößler, Madrid 11. 2026, 12:16Lesezeit: 4 Min. Bundeskanzler Friedrich Merz und Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez am 18.
September 2025 in MadriddpaIn Spanien ist man beunruhigt über die hohen Verteidigungsausgaben Deutschlands. Doch nicht aus Furcht vor einer starken deutschen Armee. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Friedrich Merz grüßt im Bundeswehrparka aus einem Panzer.
Die Einzelheiten
Die Fotos vom letzten Truppenbesuch des Bundeskanzlers erschienen in vielen spanischen Medien. Das liegt nicht nur daran, dass in Madrid der sozialistische Regierungschef Pedro Sánchez lieber als Pazifist auftritt und auf solche Bilder verzichtet. In Spanien verfolgt man sehr aufmerksam und mit gemischten Gefühlen, dass Deutschland wieder aufrüstet und die stärksten Streitkräfte Europas aufbauen will.
Fühle sich denn Deutschland wirklich so sehr von Russland bedroht, dass es sogar die Wehrpflicht reaktivieren wolle, fragten einige fast ungläubig in dem Land im äußersten Südwesten Europas. „Deutschland rüstet wieder auf, begleitet von Zweifeln angesichts der Geister der Vergangenheit“, lautete eine Überschrift der Zeitung „El País“. Und die Wirtschaftszeitung „Expansion“ rätselte besorgt, was die deutschen Verteidigungsanstrengungen für Europa bedeuten.
Denn die Bundesregierung schlägt einen völlig anderen Weg als Spanien ein. Die linke Minderheitsregierung in Madrid lehnt es als einziger NATO-Partner ab, fünf Prozent ihres Haushalts für Verteidigungsausgaben auszugeben, wie es das Bündnis beschlossen hat. Pedro Sánchez ist nur zu 2,1 Prozent bereit – alles andere wäre „Vergeudung“, sagt er.
Was Experten sagen
Beim Wohlfahrtsstaat werde seine Regierung „keinen einzigen Cent“ kürzen. „Spanien hat keine Kriege mit Deutschland geführt, und die beiden Länder sind keine direkten Nachbarn. Daher fürchtet man die deutsche Aufrüstung nicht“, sagt Héctor Sánchez Margalef vom außenpolitischen Thinktank CIDOB in Barcelona.
Auch gegen eine entschlossenere deutsche Führungsrolle gebe es keine größeren Einwände: Man fürchte eher deutsche Untätigkeit als deutsches Handeln. „Aber Spanien bedauert, dass die Aufrüstung nicht Teil einer europäisierten Agenda ist, sondern einer nationalen. Die Strategie sollte europäisch sein, mit klaren Zielen und gemeinsamen Finanzierungsinstrumenten“, fordert Sánchez Margalef.
Das Vertrauen in Deutschland ist weiterhin großSpanier haben laut Umfragen ein widersprüchliches Verhältnis zu Deutschland: Sie halten Deutsche für streng und egoistisch; politisch und wirtschaftlich ist nach ihrer Ansicht Deutschland ihrem Heimatland jedoch überlegen. Das Vertrauen in die Bundesrepublik und ihre demokratischen Institutionen sei weiterhin groß, beobachtet der CIDOB-Forscher aus Barcelona.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





