
Wadephuls Europaplan: „Sollen wir in Zukunft 35 Kommissare haben?“
Wadephuls Europaplan : „Sollen wir in Zukunft 35 Kommissare haben?“ Von Thomas Gutschker , Matthias Wyssuwa 07.05.2026, 21:20Lesezeit: 4 Min. Johann Wadephul in Berlin am MittwochdpaAußenminister Wadephul hat in einer...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Wadephuls Europaplan : „Sollen wir in Zukunft 35 Kommissare haben? “ Von Thomas Gutschker , Matthias Wyssuwa 07. 2026, 21:20Lesezeit: 4 Min.
Johann Wadephul in Berlin am MittwochdpaAußenminister Wadephul hat in einer Grundsatzrede seinen Plan für die Zukunft Europas vorgetragen. Einige seiner Vorschläge stammen noch von seiner Vorgängerin. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Ausgewählt hat Johann Wadephul eine Veranstaltung im Jahr der Feierlichkeiten zum 150.
Die Einzelheiten
Geburtstag von Konrad Adenauer in der nach dem ersten Bundeskanzler benannten Stiftung in Berlin für seine Europarede. Dort verbreitete er seine Botschaft, dass es nach dem Zweiten Weltkrieg schon einmal schwierig war und viel Mut erforderte, den Weg zur europäischen Zusammenarbeit zu gehen. Und dass es jetzt wieder nötig ist, die Kraft und den Mut von damals aufzubringen, um mit der EU weiter voranzukommen.
Die Lage ist ernst, hat der Außenminister in seiner Rede am Mittwoch deutlich gemacht, und sechs Punkte vorgetragen, die es brauche, um die EU in Zeiten der vielen Krisen in die Zukunft zu führen. Aber was folgt daraus – und was haben die Forderungen mit der Realität in Brüssel zu tun? Wadephul geht in seiner Rede von den neuen wirtschaftlichen Abhängigkeiten Europas aus, von der Bedrohung durch Russland, dem Krieg in der Ukraine, dem Konflikt mit Iran und dem Wandel des transatlantischen Verhältnisses und folgert: Nur mit der „europäischen Einheit und Einigkeit“ könne man bestehen, die EU müsse als „geoökonomischer Akteur“ gestärkt werden.
Die EU müsse sich verändern, und zwar grundlegend. Allerdings fällt ihm dazu bei aller Begleitrhetorik nichts wirklich Neues ein. Nur eine Minderheit will Mehrheitsabstimmungen in der AußenpolitikSchon Wadephuls Vorgängerin Annalena Baerbock hatte sich für vieles starkgemacht, das Wadephul nun fordert, insbesondere den Übergang zu Mehrheitsentscheidungen in der Außenpolitik.
Was Experten sagen
Deutschland gründete eine informelle Gruppe der „Freunde der qualifizierten Mehrheit“, doch besteht die bis heute nur aus zwölf Mitgliedern. Um aber die sogenannte Brücken-Klausel im EU-Vertrag dafür nutzen zu können, braucht es einen Beschluss des Europäischen Rats – und zwar im Konsens. Manche in Brüssel glauben, dass dies nun einfacher sei, nachdem der größte Vetospieler Viktor Orbán dem Gremium nicht mehr angehören wird.
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte nach der Wahl, man müsse nun den „neuen Schwung“ nutzen, um Blockaden in der Außenpolitik zu überwinden. Doch widersprechen dem viele Diplomaten: Ohne Leidensdruck auch kein Reformdruck, sagen sie. Außerdem gibt es viele weitere Staaten, die ihr Veto bei Fragen nationaler Souveränität niemals aufgeben würden, vom kleinen Zypern bis zum großen Polen.
Daran krankt auch Wadephuls Vorschlag, in der Außenpolitik auf verstärkte Zusammenarbeit zu setzen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





