
Waffenschau in Istanbul: Was die NATO von der Türkei lernen kann
Waffenschau in Istanbul : Was die NATO von der Türkei lernen kann Von Andreas Mihm, Istanbul 14.05.2026, 15:07Lesezeit: 5 Min. Die Türkei rüstet auf: Auf dem Flugdeck des türkischen Drohnen- und Hubschrauberträgers TCG...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Waffenschau in Istanbul : Was die NATO von der Türkei lernen kann Von Andreas Mihm, Istanbul 14. 2026, 15:07Lesezeit: 5 Min. Die Türkei rüstet auf: Auf dem Flugdeck des türkischen Drohnen- und Hubschrauberträgers TCG Anadolu in IstanbulAndreas MihmDas krisenerprobte Land wird vom Waffenimporteur zum Rüstungsexporteur und trumpft mit Drohnen und Raketen auf.
NATO-Chef Rutte zeigt sich begeistert. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Zivilisten haben an Bord der TCG Anadolu normalerweise nichts zu suchen. Aber heute macht Nadir Kılınç, der Kapitän des größten Schiffs der türkischen Marine, eine Ausnahme.
Die Einzelheiten
Er führt sogar persönlich durch Hangars und Decks des Flugzeugträgers, der bis zu 29 Hubschrauber, 41 Drohnen und 700 Soldaten an Bord nehmen kann. Er führt die Besucher vorbei an gepanzerten Mannschaftstransportern, über ein Welldeck, das geflutet werden kann, um die beiden Landungsschiffe mit Sturmtruppen abzusetzen, auf stählernen Treppen bis hoch aufs Flugdeck, wo Hubschrauber vertäut sind. Mit ein paar Modifikationen könnten dort F-35-Jets landen.
Vor der Sprungschanze über dem Schiffsbug steht, wie auf das Abflugkommando wartend, eine große TB3-Drohne des Baykar-Konzerns. Eine Stärkedemonstration: militärisch, technologisch, wirtschaftlichKürzlich schwamm der Träger noch für NATO-Übungen in der Ostsee. Dass der 230 Meter lange graue Stahlkoloss nun wie eine Machtdemonstration am Fuße des Topkapi-Palastes in Istanbul schräg gegenüber vom Goldenen Horn und dem Bosporus liegt, ist kein Zufall.
Denn wenige Kilometer entfernt findet die größte Rüstungsmesse der Türkei statt. Auch die „SAHA 2026“ ist eine Demonstration türkischer Stärke, militärisch, technologisch, wirtschaftlich. Die Zahlen sprechen für sich: Vor acht Jahren fand die Schau zum ersten Mal statt.
Was Experten sagen
Da kamen 189 Aussteller aus zwölf Ländern und 13. Zur fünften Ausgabe der Messe besuchten im Mai 100. 000 Leute die Stände von 1760 Unternehmen aus 76 Ländern.
Darunter waren Zulieferer aus Deutschland, Raketenverkäufer aus Sudan, Chinas führender Waffenproduzent Norinco oder der Drohnenspezialist Grim aus der Ukraine. Dessen Vertreter fragen Besucher aus Sorge vor russischen Spionen nach dem Ausweis, ehe sie Auskunft über ihr schnell wachsendes Geschäft geben. Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan kommt auch.
Er preist die türkische Rüstungsindustrie als Ökosystem, das nicht nur in der Region, sondern weltweit als vertrauenswürdig geschätzt werde. Damit umschreibt er den radikalen Wandel der Türkei von einem Rüstungsimporteur zu einem Exporteur von Hightech-Waffen. Laut amtlichen Daten sind die Rüstungsexporte seit 2002 um das Vierzigfache gestiegen: von 248 Millionen Dollar auf zehn Milliarden Dollar im vergangenen Jahr.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





