
Zinsentscheidung für April: Trotz Inflation wartet die EZB noch mit einer Zinserhöhung
Zinsentscheidung für April : Trotz Inflation wartet die EZB noch mit einer Zinserhöhung Von Christian Siedenbiedel 30.04.2026, 14:16 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Abwartend: Die EZB erhöht zumindest im...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Zinsentscheidung für April : Trotz Inflation wartet die EZB noch mit einer Zinserhöhung Von Christian Siedenbiedel 30. 2026, 14:16 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Abwartend: Die EZB erhöht zumindest im April die Zinsen noch nicht.
dpa Die Inflation im Euroraum steigt auf 3,0 Prozent. Trotzdem wartet die Europäische Zentralbank erst mal ab. Was heißt das für Sparer und Bauwillige?
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der Irankrieg und die Ölkrise haben die Inflation im Euroraum deutlich in die Höhe getrieben. Wie das europäische Statistikamt Eurostat in Luxemburg am Donnerstag aufgrund einer ersten Schätzung mitteilte, stieg die Inflationsrate im April auf 3,0 Prozent. Im März hatte die Rate schon 2,6 Prozent betragen, nach 1,9 Prozent im Februar.
Umfragen der Europäischen Zentralbank (EZB) hatten gezeigt, dass auch die Inflationserwartungen der Verbraucher im Euroraum stark gestiegen sind. Trotzdem hat sich die EZB zumindest für April noch entschieden, auf eine Erhöhung der Leitzinsen zu verzichten. Dies hat die Notenbank nach der Zinssitzung des EZB-Rates am Donnerstag mitgeteilt.
Der wichtigste Leitzins, der Einlagensatz, den die Banken für ihre Einlagen bei der Notenbank bekommen und der auch für die Sparzinsen eine gewisse Rolle spielt, verbleibt damit zumindest vorerst auf 2,0 Prozent. Seit Juni 2025 hat die Notenbank die Leitzinsen unverändert gelassen. Auch die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hatte in dieser Woche auf eine Zinsänderung verzichtet, die Entscheidungsträger waren jedoch ungewöhnlich uneins gewesen.
Was Experten sagen
Die Inflation meldet sich zurück Der deutliche Anstieg der Inflation als Folge von Irankrieg und Ölkrise hatte zuletzt für Spekulationen gesorgt, die EZB könnte womöglich schon jetzt aktiv werden. In Deutschland kletterte die Inflationsrate nach dem harmonisierten Verbraucherpreisindex, der für Vergleiche mit anderen Ländern verwendet wird, auf 2,9 Prozent, in Frankreich auf 2,5 Prozent und in Spanien auf 3,5 Prozent. Umfragen der EZB hatten zudem gezeigt, dass auch die Inflationserwartungen der Verbraucher im Euroraum stark gestiegen sind.
Der Notenbankchef von Österreich, Martin Kocher, hatte durchblicken lassen, der EZB-Rat werde womöglich noch in der Zinssitzung selbst um die Entscheidung ringen. Die Commerzbank hatte in einem Marktbericht die Einschätzung geäußert, die EZB werde mit einer Zinserhöhung auf den Inflationsdruck reagieren, aber noch nicht jetzt, sondern im Juni. Auch Felix Schmidt vom Bankhaus Berenberg hatte hervorgehoben, dass es bislang nahezu ausschließlich die Energiepreise gewesen seien, welche die Inflation hochgetrieben hätten.
In der Geldpolitik gilt die Regel, dass die Notenbank durch Schocks von der Angebotsseite, wenn sie nicht lange andauern, „hindurchschauen“ soll. Je länger so ein Schock allerdings Bestand hat, desto stärker können gestiegene Energiepreise das gesamte Preisniveau beeinflussen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





