
Zukunft der Kirche: Wie ein Pfarrer die Kirche in Ostdeutschland wiederbeleben will
Zukunft der Kirche : Wie ein Pfarrer die Kirche in Ostdeutschland wiederbeleben will Von Markus Wehner, Großschirma 08.05.2026, 21:26Lesezeit: 6 Min. Mit klarer Mission: Justus Geilhufe ist Pfarrer einer evangelischen...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Zukunft der Kirche : Wie ein Pfarrer die Kirche in Ostdeutschland wiederbeleben will Von Markus Wehner, Großschirma 08. 2026, 21:26Lesezeit: 6 Min. Mit klarer Mission: Justus Geilhufe ist Pfarrer einer evangelischen Dorfkirche im sächsischen Großschirma.
Robert GommlichPfarrer Justus Geilhufe will sich nicht damit abfinden, dass die Kirche in Ostdeutschland stirbt. Mit Social Media und Glaubenskursen kämpft er für ihr Überleben – und gegen die AfD. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Es ist ein sonniger Tag, Pfarrer Justus Geilhufe hat gerade die Hühner gefüttert.
Die Einzelheiten
Auf der großen Streuobstwiese, die er im Pfarrgarten wieder angelegt hat, sitzt man auf Holzmöbeln, ein weißes Huhn landet auf dem Tisch und lässt sich streicheln. Über die Landidylle rund um das 500 Jahre alte Pfarrhaus im sächsischen Großschirma nahe Freiberg könnte leicht vergessen werden, wo der Pfarrer tätig ist: Es ist der Teil Deutschlands, in dem die Kirche nur eine Randexistenz führt und der vom Atheismus geprägt ist. Der 35 Jahre alte und gut zwei Meter große Pfarrer will sich damit nicht abfinden.
Obwohl er nur in einer kleinen evangelischen Landgemeinde bei Freiberg tätig ist, hat es Geilhufe zu einiger Bekanntheit gebracht. Denn er setzt auf Öffentlichkeit, macht einen Podcast, schreibt Artikel in Zeitungen, sitzt auf Podien in Dresden und anderswo und wirbt mit Videos in den sozialen Medien für den Glauben. Auf Instagram folgen ihm rund 16.
Geilhufe hat ein großes Ziel: Er will die Kirche im Osten zu neuem Leben erwecken, ihren Untergang stoppen. „Entweder wir sterben jetzt als Kirche, oder wir missionieren dieses Land neu“, sagt er. Deswegen bleibe der Kirche gar nichts anderes übrig, als in die Offensive zu gehen.
Was Experten sagen
„Es gibt keine Alternative zur Mission. Das klingt altmodisch, übergriffig und geradezu verwegen. Denn gerade noch zehn Prozent der Leute in Geilhufes Gemeinde gehören noch der evangelischen Kirche an, in ganz Sachsen sind es weniger als 20 Prozent, bundesweit sind noch rund 44 Prozent der Deutschen Mitglieder der evangelischen oder katholischen Kirche.
Die DDR schuf eine fast vollkommen atheistische GesellschaftDer sozialistische Staat der DDR hatte die Religion in Ostdeutschland systematisch bekämpft. Wer etwas werden wollte, musste sich fernhalten von der Kirche, zur Jugendweihe statt zur Konfirmation gehen. „Durch den Traditionsabbruch, den die DDR erzwungen hat, sind zwei komplette Generationen von der kirchlichen Wirklichkeit getrennt worden“, sagt Geilhufe.
Das habe zu einer fast vollkommen atheistischen Gesellschaft geführt. Und die habe sich auch nach der Wende nicht erholt, sondern sei weitgehend so geblieben. Der Friedhof hinter der evangelischen Dorfkirche in GroßschirmaRobert GommlichNach der Wende schlug die evangelische Kirche lieber die leiseren Töne an, wollte nicht zu selbstbewusst auftreten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





