
Abzug aus Deutschland?: Merz unterschätzt den Streit mit Trump
Abzug aus Deutschland? : Merz unterschätzt den Streit mit Trump Ein Kommentar von Nikolas Busse 30.04.2026, 18:17 Lesezeit: 2 Min. Bildbeschreibung ausklappen Bundeskanzler Friedrich Merz im August 2025 mit General...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Abzug aus Deutschland? : Merz unterschätzt den Streit mit Trump Ein Kommentar von Nikolas Busse 30. 2026, 18:17 Lesezeit: 2 Min.
Bildbeschreibung ausklappen Bundeskanzler Friedrich Merz im August 2025 mit General Alexus G. Grynkewich, dem Oberbefehlshaber der NATO-Truppen in Europa dpa Amerikas Haltung zur NATO hat sich grundsätzlich geändert, nicht nur wegen Trumps Persönlichkeit. Das Bündnis erodiert.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der öffentliche Schlagabtausch, der dieser Tage zwischen Berlin und Washington stattfindet, ist besorgniserregend. Angefangen hat es damit, dass Merz Trump vorwarf, dieser habe in Iran unüberlegt gehandelt und habe nun keine Strategie. Der Präsident reagiert in seiner üblichen Manier mit Beschimpfungen, die auch vor der persönlichen Herabsetzung des Kanzlers nicht Halt machen.
Und er droht (wieder) mit einem Truppenabzug aus Deutschland. Das sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Merz nahm am Donnerstag Zuflucht zum altbundesrepublikanischen Bekenntnis zur „transatlantischen Partnerschaft“.
Er setzte seine Hoffnung auf den befehlshabenden General der Amerikaner in Europa, dessen Anwesenheit bei einer Truppenübung doch ein „gutes Zeichen“ sei. So kann man sich die Wirklichkeit auch schönreden. Die Wahrheit ist, dass sich die transatlantischen Beziehungen grundsätzlich verändert haben.
Was Experten sagen
Von einer „Partnerschaft“, wie Merz sie noch nennt, sind sie derzeit so weit entfernt wie nie in der Geschichte der NATO. Die Zeiten von Schröder und Fischer, in denen man innenpolitisch Stimmung gegen einen amerikanischen Krieg machen konnte, ohne dabei um den Bestand der Allianz fürchten zu müssen, die sind endgültig vorbei. Die Herausforderung durch China Das hat zwei Gründe, die man von Deutschland aus nur wenig beeinflussen kann.
Das eine ist die Persönlichkeit des Präsidenten, die eigentlich auch Merz inzwischen gut genug kennen müsste. Trump ist, wie tendenziell jeder Populist, ein Affektpolitiker, der in seinem Handeln materielle Faktoren (hier: fehlende Unterstützung für den Irankrieg) mit emotionalen Faktoren mischt (hier: Rache an den Europäern). Man kann das beklagen und mit guten Gründen daran zweifeln, dass eine solche Politik im Interesse einer Weltmacht liegt, deren globale Macht am Schrumpfen ist.
Aber es lässt sich nicht ändern. Die Amerikaner haben nun mal diesen Mann zum Präsidenten gewählt. Der andere Grund reicht tiefer, und er wird in Berlin bis heute unterschätzt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





