
Antisemitischer Anschlag: Schmerzhafte Aufarbeitung in Australien
Antisemitischer Anschlag : Schmerzhafte Aufarbeitung in Australien Von Till Fähnders, Singapur 05.05.2026, 18:45 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Trauer um die Opfer: In Sydney am 16. Dezember 2025 Bei den...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Antisemitischer Anschlag : Schmerzhafte Aufarbeitung in Australien Von Till Fähnders, Singapur 05. 2026, 18:45 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Trauer um die Opfer: In Sydney am 16.
Dezember 2025 Bei den Anhörungen der Untersuchungskommission zum Anschlag von Bondi Beach im Dezember 2025 berichten jüdische Zeugen über antisemitische Anfeindungen vor der Bluttat. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App In Australien haben in dieser Woche die ersten öffentlichen Aussagen vor einer Kommission begonnen, die die Hintergründe des antisemitischen Terroranschlags am Bondi Beach untersuchen soll. Bereits in den ersten Sitzungsstunden hörte die Kommission zahlreiche Schilderungen einer zunehmend antisemitischen Stimmung, die sich insbesondere seit der Hamas-Attacke in Israel am 7.
Die Einzelheiten
Oktober 2023 in Australien ausgebreitet habe. Ein jüdischer Zeuge nach dem anderen berichtete von verbalen und körperlichen Angriffen, Beleidigungen, Wandschmierereien und Sachbeschädigung. Einige wiederholten die Vorwürfe, Regierung und Sicherheitsbehörden hätten nicht entschlossen genug gehandelt.
Schon in ihren Eingangsbemerkungen sagte die Kommissionsvorsitzende und ehemalige Richterin am Obersten Gericht, Virginia Bell, der zunehmende Judenhass in Australien habe dem Terrorangriff an dem berühmten Strand außerhalb Sydneys den Boden bereitet. Der verbreitete Antisemitismus steht Bell zufolge in einem „deutlichen Zusammenhang zu Ereignissen im Nahen Osten“. Die Attacke, bei der ein 50 Jahre alter Mann und sein 24 Jahre alter Sohn gezielt eine Feier zum jüdischen Lichterfest Chanukka ins Visier genommen hatten, war die schwerste Gewalttat in Australien seit Jahrzehnten.
Die vom „Islamischen Staat“ inspirierten Angreifer haben 15 Menschen ermordet und Dutzende weitere verletzt. Vertreter der jüdischen Gemeinde in Sydney hätten angesichts der zunehmend antisemitischen Stimmung damals gewarnt, dass eine „Katastrophe“ bevorstehen könne, berichtete Bell weiter. Ihre Kommission hat vorige Woche ihren ersten Zwischenbericht vorgelegt.
Was Experten sagen
Demnach hatte nur wenige Tage vor dem Anschlag die jüdische Gruppe Community Security Group in einer E-Mail an die Polizei einen Terroranschlag im Bundesstaat New South Wales als „wahrscheinlich“ bezeichnet. Dem Zwischenbericht zufolge hatte die Polizei damals dennoch mitgeteilt, sie werde keine Einsatzkräfte zur Sicherung der Chanukka-Feier bereitstellen, sondern mobile Streifen entsenden. Die jüdische Gemeinde sucht noch immer nach Antworten Der Prozess, der in der Veröffentlichung eines Schlussberichts zum ersten Jahrestag des Anschlags am 14.
Dezember münden soll, zeigt, wie schwierig sich Australien mit der Aufarbeitung der Ereignisse tut. „Fünf Monate nach dem Anschlag trauert die jüdische Gemeinde Australiens immer noch, leidet immer noch und sehnt sich immer noch nach Antworten“, sagte Ministerpräsident Anthony Albanese nach der Veröffentlichung des Zwischenberichts.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





