
Aus Texas eingeschleppt: Die Masern sind in Mexiko zurück
Aus Texas eingeschleppt : Die Masern sind in Mexiko zurück Von Tjerk Brühwiller, São Paulo 19.05.2026, 15:55Lesezeit: 3 Min. Eine Frau wird im Rahmen einer Impfaktion in San Juan Chamula gegen Masern geimpft.ReutersEin...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Aus Texas eingeschleppt : Die Masern sind in Mexiko zurück Von Tjerk Brühwiller, São Paulo 19. 2026, 15:55Lesezeit: 3 Min. Eine Frau wird im Rahmen einer Impfaktion in San Juan Chamula gegen Masern geimpft.
ReutersEin Masernausbruch in den USA hat sich nach Mexiko ausgebreitet. Dort hat das Virus inzwischen eine Gesundheitskrise ausgelöst – und das wenige Wochen vor der Fußball-WM. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der Besuch bei Verwandten in Texas sollte nicht nur einem neun Jahre alten Jungen aus Mexiko zum Verhängnis werden, sondern auch seinen Schulkameraden, seiner Gemeinde und schließlich dem ganzen Land.
Die Einzelheiten
Bei seinem Besuch in der texanischen Kleinstadt Seminole Anfang 2025 hatte der Junge sich mit dem hochansteckenden Masernvirus infiziert, das damals bereits in der Kleinstadt zirkulierte. Kurz nach seiner Rückkehr in die Gemeinde Cuauhtémoc im Bundesstaat Chihuahua brach bei dem ungeimpften Jungen ein roter Ausschlag aus. Es war der Beginn eines der massivsten Ausbrüche in der jüngeren Geschichte Mexikos.
Binnen weniger Wochen füllten sich die Klassenzimmer der örtlichen Schule mit fiebernden Kindern. Ein Drittel der Schüler erkrankte, die Schule musste schließen. Doch das Virus blieb nicht in Cuauhtémoc.
Über landwirtschaftliche Hilfskräfte, oft indigene Saisonarbeiter aus abgelegenen Bergdörfern mit geringem Impfschutz, verbreitete sich das Virus rasant über die Region hinaus. Seit Januar 2025 verzeichnete Mexiko laut den Daten des Gesundheitsministeriums über 17. 000 bestätigte Infektionen und 40 Todesopfer, darunter mehrheitlich indigene Kleinkinder und Landarbeiter.
Was Experten sagen
Erfolg macht sorglosMexiko galt lange als ein Vorbild im Kampf gegen Masern. Doch nun bröckelt das Programm. Epidemiologen sprechen von einem „Paradoxon des Erfolgs“: Weil die Krankheit jahrelang verschwunden war, ist die Sorglosigkeit gewachsen.
In Mexiko sind auch mehrfache Umstrukturierungen des nationalen Gesundheitssystems verantwortlich, die zu einem Chaos bei der Koordinierung der Impfkampagnen führten. Erhebungen aus den Jahren 2021 bis 2023 zeigten, dass zu diesem Zeitpunkt nur etwas mehr als 70 Prozent der Kinder unter fünf Jahren die erste Impfung erhalten hatten. In ländlichen und indigenen Gebieten, wo das Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen und der mangelnde Zugang zur Versorgung weitere Barrieren bilden, war die Abdeckung noch schwächer.
Als die Masern sich verbreiteten, waren sie nicht mehr aufzuhalten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





