
Bardella im Interview: „Wir werden nationales Recht über Europarecht stellen“
Bardella im Interview : „Wir werden nationales Recht über Europarecht stellen“ Von Michaela Wiegel , Niklas Záboji 12.05.2026, 12:09Lesezeit: 7 Min. „Frankreich ist an einem Kipppunkt“: Jordan Bardella beim...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Bardella im Interview : „Wir werden nationales Recht über Europarecht stellen“ Von Michaela Wiegel , Niklas Záboji 12. 2026, 12:09Lesezeit: 7 Min. „Frankreich ist an einem Kipppunkt“: Jordan Bardella beim F.
Mai in seinem Büro in der Parteizentrale des RN in ParisFrank RöthIm Interview spricht der Vorsitzende des Rassemblement National über Deutschland, die Rhetorik der AfD, seine Pläne für eine Migrationswende – und warum er nicht zu jung für das Präsidentenamt ist. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Herr Bardella, Bundeskanzler Merz hat betont, der französische Präsident sei sein „Freund, egal wie er heißt“. Suchen Sie die Freundschaft mit dem deutschen Regierungschef?
Die Einzelheiten
Ja, der französische Präsident ist der Freund des Bundeskanzlers, und das soll so bleiben. Unsere Länder haben es geschafft, nach einer schmerzhaften Geschichte eine dauerhafte Zusammenarbeit zu begründen. Über unsere Meinungsverschiedenheiten hinaus bilden die deutsch-französischen Beziehungen das Fundament Europas.
Sie sind unerlässlich, um die Unabhängigkeit und strategische Autonomie der europäischen Nationen zu sichern. Ihre Partei wurde von ehemaligen Waffen-SS-Mitgliedern begründet. Wie gehen Sie mit diesem Erbe mit Blick auf Deutschland um?
Charles Aznavour besang in einem berühmten Lied eine Zeit, „die die unter Zwanzigjährigen nicht kennen können“. Jede Partei blickt auf komplizierte Kapitel in ihrer Geschichte zurück. Bei der Gründung des Front National, dem Vorläufer des Rassemblement National, wirkten aber auch Widerstandskämpfer wie Georges Bidault mit.
Was Experten sagen
Aber lassen Sie uns nicht nur in den Rückspiegel blicken. Ich bin 2012 wegen Marine Le Pen beigetreten und habe ihr Bestreben unterstützt, die Partei zu modernisieren – die heute stärkste Partei Frankreichs. Was wollen Sie in der deutsch-französischen Beziehung ändern, sollten Sie im kommenden Frühjahr Präsident werden?
Ganz konkret sehe ich Übereinstimmungen mit Bundeskanzler Merz in der Frage des Bürokratierückbaus und in der Notwendigkeit, ein wettbewerbsfähiges Europa aufzubauen. Als Vorsitzender der größten Oppositionsfraktion im Europäischen Parlament führe ich einen politischen Kampf gegen den Green Deal und gegen die EU-Kommission unter Führung von Ursula von der Leyen, die zum Teil für den wirtschaftlichen Niedergang Europas verantwortlich ist. Auch in der Migrationspolitik stimme ich mit dem Bundeskanzler überein.
Deutschland hat wieder Grenzkontrollen eingeführt, die einen abschreckenden Effekt haben. Frankreich und Deutschland können in dieser Frage mit der Unterstützung Italiens neue Kooperationen ins Auge fassen. Aber die Bundesregierung spricht sich zugleich für Fachkräfteeinwanderung aus Drittstaaten aus.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





