
Belgien und die Atomkraft: Der Ausstieg aus dem Ausstieg
Belgien und die Atomkraft : Der Ausstieg aus dem Ausstieg Ein Kommentar von Stephan Löwenstein 01.05.2026, 14:28 Lesezeit: 2 Min. Bildbeschreibung ausklappen Das Kernkraftwerk Tihange beim belgischen Huy dpa Belgien...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Belgien und die Atomkraft : Der Ausstieg aus dem Ausstieg Ein Kommentar von Stephan Löwenstein 01. 2026, 14:28 Lesezeit: 2 Min. Bildbeschreibung ausklappen Das Kernkraftwerk Tihange beim belgischen Huy dpa Belgien stoppt den Rückbau stillgelegter Atommeiler.
Dabei geht es um technische Optionen – und etwas noch Wichtigeres. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Belgiens üppige Ausstattung mit Atomstrom war einst vom Weltraum aus zu sehen: Die Autobahnen des Landes waren nachts durchgehend beleuchtet. Das hatte zwar schon vor der kommerziellen Nutzung der Kernenergie begonnen, hatte aber die meiste Zeit durchaus mit der Verfügbarkeit einer Grundlast an Stromversorgung zu tun, die nachts nicht so viele andere Abnehmer hatte.
Die Einzelheiten
Vor allem zeugte es von einer Mentalität des Technikoptimismus, wie übrigens auch das Brüsseler Atomium, das Wahrzeichen der Weltausstellung 1958 in der belgischen Hauptstadt. Um die Jahrtausendwende, als in Deutschland eine rot-grüne Regierung den Ausstieg aus der Atomkraft einleitete, war der Zeitgeist ein anderer, auch in Belgien. 2003 wurde auch dort beschlossen, mittelfristig auf die Kernenergie zu verzichten.
In Deutschland hat ausgerechnet eine bürgerliche Regierung (Merkel/Westerwelle), die zunächst die Nutzung der verbliebenen Atommeiler verlängert hatte, unter dem Eindruck der japanischen Nuklearkatastrophe von Fukushima den Ausstieg beschleunigt. In Belgien lief das anders. Es ging ständig vor und zurück, mit dem Ergebnis, dass heute noch Reaktoren arbeiten und mehrere stillgelegte zumindest noch nicht ganz rückgebaut worden sind.
Spahn hat einen ähnlichen Vorschlag gemacht Auf die zielt der Ausstieg aus dem Ausstieg, zu dem die belgische Regierung nun den entscheidenden Schritt getan hat. Sie macht dem Energieversorger ein Angebot, um die Anlagen samt allem, was dranhängt, in staatliche Hand zu überführen. So sollen nicht nur die letzten beiden Reaktoren am Netz gehalten werden, deren Laufzeit schon 2022 infolge der Energiekrise nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine deutlich verlängert worden war.
Sondern zumindest die Option soll ebenfalls offengehalten werden, die stillgelegten Reaktoren wieder in den Stand zu setzen, hochgefahren zu werden. Just so etwas hat bei uns der Unionsfraktionsvorsitzende Jens Spahn vorgeschlagen und damit ins Wespennest der fast schon entschlafenen Fundamental-Anti-AKW-Bewegung gestochen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





