
Berlins MuseumsMeileMitte: Kulturwüsten
Berlins MuseumsMeileMitte : Kulturwüsten Ein Kommentar von Stefan Trinks 12.05.2026, 15:28Lesezeit: 2 Min. Schön hier, aber waren Sie schon in Baden-Württemberg? Eines der vielen abwechslungsreichen Bürogebäude der...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Berlins MuseumsMeileMitte : Kulturwüsten Ein Kommentar von Stefan Trinks 12. 2026, 15:28Lesezeit: 2 Min. Schön hier, aber waren Sie schon in Baden-Württemberg?
Eines der vielen abwechslungsreichen Bürogebäude der Berliner Europacity entlang der George-Stephenson Straße in MittePicture AllianceHinter der neu gegründeten Berliner MuseumsMeileMitte steht auch ein Immobilienunternehmen. Dieses hat wohl eingesehen, dass es ganz ohne Kultur in dem Entwicklungsstadtteil nicht geht. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der Blick beim Schreiben dieser Zeilen geht aus dem Gebäude dieser Zeitung auf die trostloseste Straße, die Frankfurt aufzuweisen hat.
Die Einzelheiten
Gesäumt von austauschbaren Wohnriegeln mit gesichtslosen Fassaden aus Steintapeten, wird sie von manchem auch Stalinallee genannt. Wobei das der Prachtstraße in Berlin gegenüber ungerecht ist, weil diese einen unverwechselbaren Charakter besitzt. An was es der Europaallee vor allem mangelt, ist Kultur; die vielen herrlichen Frankfurter Museen sind weit weg.
In Coronazeiten wurde vielfach bestritten, Kunst sei ein lebenswichtiges Grundnahrungsmittel. Was das komplette Fehlen von Bau- und anderer Kultur bewirkt, zeigt die Allee der Ödnis klar: Ihre Bewohner, darunter viele reiche Ukrainer und anglophone Brexitflüchtlinge aus aller Welt, beeilen sich, ihr tagsüber möglichst schnell zu entfliehen. Die unkultivierte Allee ist eine gebaute Wüste, eine Schlafstadt als Transitstrecke.
Szenenwechsel, ohne auch nur die Kulissen austauschen zu müssen: In Berlins Mitte existiert entlang der Heidestraße das Entwicklungsgebiet der „EuropaCity“, die jener von Frankfurt aufs Haar gleicht, eben weil beide austauschbar sind. Hunderte von sündteuren Wohneinheiten stapeln sich hinter dem Hamburger Bahnhof, als hätte ein gelangweilter Entwicklerriese Klötzchen für Klötzchen aneinandergesetzt. Wie eine Ironie der Geschichte dieses durchaus nicht konturlosen Kontinents mutet an, dass die gesichtslosesten Wohnsilos auf ihm mit dem Namen „Euro“ etikettiert werden.
Was Experten sagen
Aber vielleicht war ja immer schon nur die Währung gemeint. Wurde hier vielleicht etwas vergessen? Das lauschige Berliner Wohnquartier Europacity am Spandauer Schifffahrtskanal und der InvalidenstraßeImagoMachen Museen in Berlins Mitte Werbung für eine Immobilienfirma?
In dieser ehemaligen Grenzland-Brache liegen in einer Laufdistanz von zehn Minuten vier disparate Museen: Der Hamburger Bahnhof für zeitgenössische Kunst, das Futurium beim Bundeskanzleramt, das Medizinhistorische Museum der Charité und jenes für Naturkunde. Künftig wollen die vier ihren Standort gemeinsam als Museumsquartier nach Wiener Vorbild vermarkten und damit die öde Gegend, in der kaum einer wohnen möchte, zum lebenswerteren Stadtraum machen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





