
Beschluss gegen Weimer: Ginge es auch sachlicher?
Beschluss gegen Weimer : Ginge es auch sachlicher? Von Patrick Bahners 04.05.2026, 19:04 Lesezeit: 7 Min. Bildbeschreibung ausklappen Karl I. von England wurde nach seiner Verurteilung geköpft. Für Wolfram Weimer, der...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Beschluss gegen Weimer : Ginge es auch sachlicher? Von Patrick Bahners 04. 2026, 19:04 Lesezeit: 7 Min.
Bildbeschreibung ausklappen Karl I. von England wurde nach seiner Verurteilung geköpft. Für Wolfram Weimer, der sich am 30.
Die Einzelheiten
April 2026 in Potsdam über die Restaurierungsarbeiten an Gemälden Anthonis van Dycks unterrichtete, hat der am selben Tag verkündete Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin glimpflichere Folgen. Ob der Kulturstaatsminister Beschwerde einlegen wird, lässt er derzeit noch „sorgfältig“ prüfen. dpa „Extremismus“ verlangt Fakten: Das Verwaltungsgericht Berlin hat einen Beschluss zum Buchhandlungspreis gefällt.
Die Richter erteilen Wolfram Weimer eine gründliche Lektion, die er wahrscheinlich nicht beherzigen wird. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Seit 1999 haben die Bundesregierungen das Amt eines unmittelbar dem Bundeskanzler unterstellten Beauftragten besetzt, der für die Angelegenheiten sowohl der Kultur als auch der Medien zuständig ist. Diese Doppelzuständigkeit scheint sachlich unproblematisch, weil die Künste darauf angewiesen sind, dass über sie berichtet wird, und Presse und Rundfunk sich schmeicheln, dass sie auch jenseits der Kulturberichterstattung einen Beitrag zur Kultur leisten.
Der Zuschnitt des Arbeitsfeldes ist nicht so kühn wie bei der Kulturbehörde der Hauptstadt, die gleich für den gesamten „gesellschaftlichen Zusammenhalt“ in Berlin zuständig ist, sodass der Senator versucht sein kann, den Fördergeldkitt auf der Grundlage parteipolitischer Referenzen zu verteilen. Wolfram Weimer, der von Friedrich Merz eingesetzte Journalist und Verlagsunternehmer, ließ bei Amtsantritt wissen, dass er bei den Medien einen Schwerpunkt seiner Amtstätigkeit setzen wolle. Das konnte man mit Vorschusswohlwollen als Geste eines „bürgerlichen“ Respekts vor der Eigengesetzlichkeit der Kultur verstehen, allerdings brachte der von Weimer angeordnete Umbau der Behördenorganisation eine Umverteilung zulasten der Kulturförderung.
Amtsautorität und persönliches Ansehen Auch nach einem Vierteljahrhundert mit sieben Amtsinhabern nimmt sich die Behörde des Beauftragten, die kein Bundeskulturministerium sein soll, protokollarisch immer noch wie eine Anomalie aus: Offiziell ist „Der Beauftragte“ die Behörde, als täte der jeweilige Kulturstaatsminister (so sein inoffizieller Titel) als Kulturmensch gemäß dem Renaissancemaßstab eines uomo universale die ganze Arbeit selbst. Bei diesem Quasi-Ministerium ist die Autorität des Amtes stärker als bei jedem echten vom Ansehen der jeweiligen obersten Amtsperson abhängig, was nicht sachwidrig ist, wenn man die Kultur als die Sphäre von Freiheit, Individualität und Selbstdarstellung betrachtet. Einen beträchtlichen Teil seiner Arbeit wird der Kulturstaatsminister in den Medien verrichten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





