
Blick ins Jahr 2001: War früher alles besser?
Blick ins Jahr 2001 : War früher alles besser? Von Jörg Thomann 09.05.2026, 17:30Lesezeit: 5 Min. Auf Platz eins: Michael Schumacher feiert im September 2001 seinen Sieg beim Belgian Formula One Grand...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Blick ins Jahr 2001 : War früher alles besser? 2026, 17:30Lesezeit: 5 Min. Auf Platz eins: Michael Schumacher feiert im September 2001 seinen Sieg beim Belgian Formula One Grand Prix.
imago/BelgaMichael Schumacher fuhr noch Formel 1, die Mietpreise in Berlin waren moderat und Putin Gast beim Staatsbankett: 2001 erschien erstmals die F. – wie stellt sich aus heutiger Sicht die Welt dar, die sie damals abbildete? Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die Zukunft hat den Nachteil, dass wir sie nicht kennen.
Die Einzelheiten
Wir können sie erahnen, können versuchen, Entwicklungen zu prognostizieren, doch was wirklich geschehen wird, wissen wir nicht. Das ist, wenn schon nicht beängstigend, so doch unkomfortabel. Mit der Vergangenheit ist es anders: Wir haben sie durchlebt, haben sie, mehr oder weniger erfolgreich, hinter uns gelassen und können es uns in unserer Nostalgie gemütlich machen.
Verdrängung gehört natürlich dazu. Im Januar 2026 zum Beispiel kamen viele noch recht junge Menschen überein, sich kollektiv nach 2016 zurückzuträumen, ein Jahr, dessen vermeintliche Unschuld sich in dem Hundeschnäuzchen manifestierte, das sich auf Social Media seinerzeit viele ins Gesicht filterten. 2016 war allerdings auch jenes Jahr, in dem Donald Trump erstmals zum US-Präsidenten gewählt wurde, schon vergessen, liebe Gen Z?
Die Gnade einer Geburt in unschuldigen Zeiten ist der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung nicht vergönnt gewesen, denn als ihre überregionale Ausgabe zum ersten Mal erschien, lag die – neben der Corona-Pandemie – größte Erschütterung, welche die Menschheit in der Zeit nach den Weltkriegen und dem Mauerfall erfahren hat, ganze drei Wochen zurück: In Manhattan waren die von Terroristen attackierten Türme des World Trade Center am 11. September 2001 in sich zusammengestürzt und mit ihnen das westliche Lebensgefühl, von der Unbill dieser Welt nur peripher tangiert zu werden. Die Titelseite der ersten F.
Was Experten sagen
September 2001Lucas BäumlAm 30. September kam erstmals die F. heraus, eine neue Zeitung in einer bewegten und damit, wie man so sagt, für den Journalismus guten Zeit.
25 Jahre danach lädt ihre Erstausgabe dazu ein, zu prüfen: Wie stellt sich aus heutiger Sicht die Welt dar, die sie damals abbildete? Kann sie in uns nostalgische Gefühle wecken? Wird sie uns vor Augen führen, dass früher auch nicht alles besser war?
Oder war es das allermeiste, trotz 9/11, doch? Es ist ein fast utopischer MomentEine überraschende Erkenntnis: Im Angesicht der Katastrophe scheint der Weltenlauf im September 2001 kurz innezuhalten. Es ist ein wundersam friedlicher, fast utopischer Moment, genährt vom Geist des unschuldigen Nichtwissenkönnens: Der amerikanische Krieg gegen den Terror mit seinen folgenschweren Kollateralschäden hat noch nicht begonnen, und es wirkt, als rücke eine von den Gräueltaten Al-Qaidas angewiderte Erdbevölkerung enger zusammen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





